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Porträt
"Dr. Nice": Die lesbische Arzthelferin Charlie ist zurück!
In der ZDF-Serie "Dr. Nice" spielt Josefine Preuß die patente Arzthelferin eines gestrauchelten Star-Chirurgen, der zum Hausarzt umschult. Für den gefragten Schauspielstar ist es die erste queere Rolle.

Szene aus der kommenden Folge "Herzflattern": Josefine Preuß spielt in "Dr. Nice" Charlie Winkler, die Arzthelferin von Dr. Neiss (Bild: ZDF / Gordon Muehle)
- 6. Mai 2024, 01:52h 3 Min.
Mit der vielfach ausgezeichneten Culture-Clash-Vorabendserie "Türkisch für Anfänger" (2006-2008) spielte Josefine Preuß (38) sich in die Herzen der Zuschauer*innen. Die in Zehdenick, Brandenburg, geborene Schauspielerin verkörperte darin – und im gleichnamigen Kinofilm (2012) – die Tochter einer deutsch-türkischen Patchworkfamilie. Als Helena Claudette "Lena" Schneider geriet sie vor allem mit ihrem Patchworkbruder Cemil "Cem" Öztürk (Elyas M'Barek, 41) aneinander. Auch ihn katapultierte das von Bora Dagtekin (45, "Fack ju Göhte"-Reihe) ersonnene und kreierte Format in die oberste deutsche Schauspielliga.
Im Fernsehen brillierte Josefine Preuß nach ihrem großen Durchbruch auch in den "Lotta"-Filmen (seit 2010) als chaotische und impulsive Charlotte "Lotta" Brinkhammer. Im Kino folgte unter anderem die Fantasy-Trilogie "Rubinrot" (2013), "Saphirblau" (2014) und "Smaragdgrün" (2016), in der sie Lucy Montrose, die zehnte Zeitreisende im Kreis der Zwölf, spielte.
Apropos Zeitreise. Die Schauspielerin überzeugte immer wieder auch in historischen Filmen und Mehrteilern über weltberühmte Grand Hotels wie etwa in "Das Adlon. Eine Familiensaga" (2013) oder "Das Sacher. In bester Gesellschaft" (2016). Historisch wurde es auch in "Die Pilgerin" (2014) oder "Die Hebamme" (2014, 2016) – für letztere Rolle wurde sie mit dem Bambi in der Kategorie "Schauspielerin national" ausgezeichnet. Ihre erste Auszeichnung bekam die Wahl-Berlinerin bereits 2005. Für ihre darstellerische Leistung in fünf Folgen der Polizeiserie "Abschnitt 40" wurde sie mit dem Förderpreis Nachwuchsdarsteller des Deutschen Fernsehpreises prämiert.
Josefine Preuß kann auch Krimi
Doch nicht nur Komödiantisches und Historisches findet sich in der Preuß'schen Filmografie, sondern auch der Kultkrimi "Tatort": Sie war im Lena-Odenthal-Krimi "Tatort – Vermisst" (2009) zu sehen, im Ritter/Stark-Krimi "Tatort – Die Unmöglichkeit, sich den Tod vorzustellen" (2010) aus Berlin und im "Tatort – Türkischer Honig" (2014) mit dem Leipziger Ermittlerduo Saalfeld und Keppler.
In der deutsch-österreichischen TV-Reihe "Nemez und Sneijder ermitteln" verkörpert Josefine Preuß seit 2019 selbst eine Kommissarin. "Was mich generell reizt, ist, so unterschiedliche Rollen wie möglich in unterschiedlichen Genres zu spielen. Dazu gehört auch hin und wieder ein Krimi für meine ganz persönlichen kleinen Schockermomente", sagte sie 2019 in einem Interview zum Start der Sat.1-Krimireihe.
Die erste queere Rolle

Charlie (Josephine Preuß) und Dr. Neiss (Patrick Kalupa) in der am Sonntag ausgestrahlten neuen Folge "Dr. Nice – Süße Lügen" (Bild: ZDF / Stephan Rabold)
Seit 2023 spielt Josefine Preuß nun die lesbische Arzthelferin Charlie Winkler, die bei dem titelgebenden, ehemaligen Star-Chirurgen Dr. Neiss (Patrick Kalupa, 44) arbeitet, der wegen seiner verletzten Hand widerwillig zum Hausarzt umschulen muss. Darüber hinaus zieht Charlie die Teenie-Tochter ihrer verstorbenen Partnerin auf, die aus einer kurzen Liaison mit dem meistens gar nicht so netten (Engl. nice) Dr. Moritz Neiss stammt…
Über ihre erste homosexuelle Rolle meinte Preuß im Interview mit "teleschau": "Es ist nichts anderes als jede andere Rolle mit Sexualität. Ich habe überhaupt kein Problem damit, so etwas zu spielen, denn es geht um den Menschen, in den man sich verliebt, und nicht um dessen Geschlechtsteil oder äußere Merkmale". Für sie mache das keinen Unterschied, so die Schauspielerin. "Im Gegenteil. Es ist schön, so etwas noch nie gespielt zu haben und sich da hineinzufinden."
Nach den beiden erfolgreichen Auftaktfolgen im vergangenen Jahr zeigt seit dem Wochenende immer sonntags um 20.15 Uhr vier neue Episoden der ungewöhnlichen und sehenswerten Arztserie mit dem wohl stylischsten Mediziner im TV-Kosmos. Eine dritte Staffel mit dann sogar sechs Folgen ist bereits bestätigt. (cw/spot)
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