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Angriff auf Matthias Ecke

SPD zu rechtem Angreifer-Hintergrund: Nicht zu relativieren

AfD und andere würden versuchen, den Hintergrund der Attacke auf Matthias Ecke wegzudiskutieren, kritisiert der sächsische SPD-Chef Henning Homann. Die homofeindlichen Äußerungen der Angreifer werden weitgehend ignoriert.


Matthias Ecke bei einer Rede im Europaparlament (Bild: Brigitte Hase / EP)
  • 7. Mai 2024, 04:38h 3 Min.

Durch die Zuordnung ins rechte Spektrum einer der Tatverdächtigen durch das Landeskriminalamt (LKA) sieht Sachsens SPD den Anfangsverdacht zum Hintergrund des Angriffs auf den SPD-Europaabgeordneten Matthias Ecke bestätigt. "Wenn demokratische Parteien attackiert werden, liegt der rechte Hintergrund der Täter nahe. Das bestätigt sich nun", sagte der sächsische SPD-Vorsitzende Henning Homann am Montag laut einer Mitteilung.

AfD und andere würden versuchen, den Hintergrund des Angriffs auf Ecke umzudeuten und wegzudiskutieren. Damit würden sie sich nun selbst vollständig entlarven. "Sie haben den Hass gesät, der für solche politisch motivierten Taten mitverantwortlich ist. Hier kann nichts mehr relativiert werden."

Alle vier Tatverdächtigen wurden ermittelt

Eine Sprecherin des LKA teilte am Montag mit, man gehe davon aus, dass zumindest einer der Tatverdächtigen der "Kategorie politisch-motiviert rechts" zuzuordnen sei. Zudem sind der Polizei nach dem Angriff auf Ecke sowie auf einen Wahlhelfer der Grünen am Freitagabend in Dresden mittlerweile alle vier Tatverdächtigen bekannt. Nachdem sich bereits am Sonntag ein 17-Jähriger bei der Polizei gemeldet hatte, wurden am Sonntag auch die drei anderen ermittelt, wie das Landeskriminalamt Sachsen und die Staatsanwaltschaft Dresden mitteilten. Bei Wohnungsdurchsuchungen wurden den Angaben zufolge Beweismittel sichergestellt, die jetzt ausgewertet werden.

Die vier männlichen Verdächtigen sind 17 beziehungsweise 18 Jahre alt. Die Hintergründe der Attacke, die bundesweit für Entsetzen gesorgt hat, sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft bisher unklar. Das Motiv sei Gegenstand der Ermittlungen. Alle vier Beschuldigten seien auf freiem Fuß.

Bevor die Angreifer zuschlagen, riefen sie "Ihr Schwuchteln"

Während der Angriff auf Ecke bundesweit für Entsetzen sorgte, spielt der offenbar auch homofeindliche Tathintergrund in den Reaktionen und in der Medienberichterstattung bislang so gut wie keine Rolle. Gegenüber der "Bild"-Zeitung hatte Homann berichtet, dass das Plakatier-Team zunächst mit den Worten "Ihr Schwuchteln" beschimpft worden sei (queer.de berichtete). Danach hätten die Angreifer unvermittelt zugeschlagen.

Hat die Staatsanwaltschaft Dresden nichts aus den Fehlern von 2020 gelernt? Nach dem islamistischen Terroranschlag auf ein schwules Paar aus Nordrhein-Westfalen vor vier Jahren in der Dresdner Altstadt, bei dem einer der Männer ums Leben kam, hatten die Ermittlungsbehörden den homofeindlichen Tathintergrund wochenlang verschwiegen. Erst durch Medienrecherchen wurde die Homophobie des aus Syrien stammenden Angreifers publik (queer.de berichtete).

Ecke postet Selfie aus dem Krankenhaus

Matthias Ecke selbst meldete sich mit einem Dank aus dem Krankenhaus: "Ich bin überwältigt von eurer Anteilnahme und Solidarität", schrieb er auf X. Das tue ihm gut und gebe Kraft. Es gehe aber nicht nur um ihn. "Niemand soll in einer Demokratie fürchten müssen, seine Meinung zu sagen!" Dazu stellte Ecke ein Foto, auf dem er mit blauem Auge und Pflaster im Gesicht und im Hintergrund offenbar ein Krankenhauszimmer zu sehen. (mize/dpa)

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