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Nordrhein-Westfalen
Regenbogenfahne an schwarz-rot-goldenem Maibaum zerstört
In der Kleinstadt Schleiden kam es am Wochenende zu einem offenbar queerfeindlichen Übergriff an einem umstrittenen Maibaum.
- 7. Mai 2024, 10:59h 2 Min.
Am Samstag haben zwei Jugendliche aus Schleiden im NRW-Kreis Euskirchen gegen 13.25 Uhr insgesamt zwei Regenbogenfahnen im Bereich des Maiplatzes entfernt und zerstört. Das teilte die Kreispolizei am Dienstag mit.
Zuvor waren die Fahnen an einem in schwarz-rot-goldenen Farben geschmückten Maibaum sowie an einer Laterne im Bereich des Maiplatzes befestigt gewesen. Beide Fahnen wurden von den Jugendlichen abgehangen und im Anschluss verbrannt, so die Polizei. Gegen die beiden Verdächtigen werde nun wegen Sachbeschädigung ermittelt.
Kritik an Maibaum
Laut einem Bericht des "Kölner Stadtanzeigers" (Bezahlartikel) hatte der schwarz-rot-goldene Maibaum für Irritationen in der Kleinstadt gesorgt. Deshalb brachten Bürger*innen die Regenbogenfahne an, um ein Zeichen für Weltoffenheit zu setzen. Diese sei dann innerhalb von 24 Stunden zerstört worden.
Einer der Schleidener, die die Fahne aufgehängt hatten, erklärte laut dem Zeitungsbericht: "Ich habe von mehreren gehört, dass dort auch rechte Lieder und das Deutschlandlied zu hören waren." Eine beteiligte Frau sagte, dass der Maibaum als Brauchtum nicht für politische Zwecke instrumentalisiert werden solle.
Der Veranstalter wies die Nationalismusvorwürfe zurück. Man sei seinen Angaben zufolge lediglich stolz auf Deutschland und wolle dies kurz vor der Fußball-Europameisterschaft auch zeigen. Er wisse auch nicht, wer die Fahnen heruntergerissen habe – und habe angeboten, die Fahnen zu bezahlen, was er auch getan habe.
Bürgermeister Ingo Pfennings (CDU) erklärte, das Ordnungsamt habe bereits am 28. April eingegriffen, als es vor einer Feier zwei Deutschlandfahnen mit Bundesadler am Marktplatz entfernt habe. Diese Fahnen dürfen nach deutschem Recht nur von Bundes- oder Landesbehörden benutzt werden. (cw)
















