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Neuer Maneo-Bericht
Zahl queerfeindlicher Angriffe in Berlin um 23 Prozent gestiegen
- 8. Mai 2024, 10:30h 2 Min.
Die Zahl der queerfeindlichen Angriffe in Berlin ist einem Bericht des Antigewaltprojekts Maneo zufolge im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Die Fachstelle registrierte 2023 insgesamt 685 neue Fälle und Hinweise, wie Maneo am Mittwoch anlässlich der Veröffentlichung des Jahresberichts mitteilte. Das waren 23 Prozent mehr als im Vorjahr (queer.de berichtete).
In den meisten Fällen handelte es sich laut Maneo um Beleidigungen, Körperverletzungen, versuchte Körperverletzungen oder Nötigungen und Bedrohungen. Die gestiegenen Zahlen sind aus Sicht der Fachstelle auch mit der hohen Akzeptanz der Arbeit von Maneo zu erklären. Die wachsende Bereitschaft, Übergriffe nicht zu verschweigen, sondern darüber zu sprechen, trage ebenso dazu bei. Außerdem biete die sich weiter entwickelnde Sichtbarkeit der diversen Szenekulturen mehr Angriffsfläche.
Dennoch ist Maneo über das Ausmaß der Gewalt beunruhigt, wie Leiter Bastian Finke erklärte. Übergriffe hinterließen teils langanhaltende Spuren und Verletzungen bei den Betroffenen. Besorgt sei Maneo auch wegen der vielen Übergriffe auf eigene Einrichtungen, auf Veranstaltungen und Bündnispartner.
"Wir fordern den Senat in Berlin dazu auf, den Schutz unserer Einrichtungen und Events sicherzustellen", erklärte Finke. Es müsse gewährleistet werden, dass die Antigewaltstelle ihrer Arbeit "in Ruhe und ohne Angst" nachgehen könne und Gäste sowie Klienten sich sicher fühlen könnten.
Die meisten Übergriffe geschahen in Stadtteilen der Innenstadt, in denen es viel Nachtleben und Szene-Kneipen und Clubs gibt: Schöneberg (24 Prozent), Mitte (10 Prozent), Kreuzberg (9 Prozent), Tiergarten (7 Prozent) und Neukölln (6 Prozent). Fast die Hälfte der Taten ereignete sich in der Öffentlichkeit und in Bahnen und Bussen.
Kürzlich hatte auch die Berliner Staatsanwaltschaft einen Anstieg der Anzeigen zu queerfeindlichen Angriffen gemeldet (queer.de berichtete). (AFP/dpa/cw)
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