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Eurovision Song Contest

Post-Urban-Ära: Thorsten Schorn feiert Einstand

Thorsten Schorn hat seinen ersten Arbeitstag als ESC-Kommentator gut überstanden.


Thorsten Schorn erhält seinen nächsten Auftritt beim zweiten Halbfinale am Donnerstag (Bild: NDR / Morris Mac Matzen)

  • 8. Mai 2024, 11:11h 3 Min.

Deutschlands neuer ESC-Kommentator Thorsten Schorn hat zum Auftakt des Eurovision Song Contest 2024 in Malmö seinen Einstand gefeiert. Nachdem der 76-jährige Peter Urban 25 Jahre lang das deutsche Publikum durch den weltgrößten Gesangs-Wettbewerb geführt hatte, stieg der offen schwule Schorn (48) beim ersten Halbfinale in dessen Fußstapfen und hielt sich eng an den Stil des Vorgängers.

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"Es wäre nicht die erste ESC-Party, bei der einer ohne seine Hose nach Hause geht. Er hat sie zum Glück wieder gefunden", witzelte der WDR-2-Moderator, nachdem Act Windows95man für Finnland scheinbar "unten ohne" vor dem Publikum tanzte. In sozialen Medien erhielt Schorn breites Lob für seine unaufgeregte witzige Art.


Ein neuer Anblick für deutsche ESC-Fans (Bild: Screenshot / ARD-Mediathek)

Allerdings gab es auch Kritik. So heißt es auf dem spezialisierten Portal esc-kompakt.de, dass es Schorn an Spontaneität gefehlt habe. Vereinzelt wurde auch kritisiert, dass der deutsche Kommentator den irischen Act Bambie Thug misgendert hatte – er bezeichnete die nichtbinäre Person als "sie". Allerdings hatte Bambie selbst vor einigen Wochen gesagt, es niemandem übel zu nehmen, der den ESC-Act aus Versehen misgendert.

Insgesamt ging Schorn mehr auf die queere Community ein als sein Vorgänger, auch wenn er das Wort "schwul" nicht aussprach. Seine Aussage zum britischen Sänger ("Ollie Alexander weiß, wie man Jungs in die Kiste kriegt – und danach auch wieder raus") wäre aber wohl von Urban nicht so formuliert worden.

Johnny Logan begeistert Fans

Einen besonderen Moment bescherte an diesem Abend Eurovision-Legende Johnny Logan dem Publikum. Schorn bezeichnete den bald 70-jährigen Sänger als "König des ESC". Logan war der erste Interpret, der den Eurovision Song Contest zweimal gewonnen hat. Als eine liebevolle Ballade sang er das ESC-Siegerlied aus dem Jahr 2012 "Euphoria" von Loreen, die vergangenes Jahr ebenfalls den Titel ein zweites Mal holte.

Neu war in diesem Jahr auch, dass in den Halbfinals auch Acts aus den bereits sicher fürs Finale gesetzten Ländern auf der Bühne standen. Unter anderem trat Deutschlands ESC-Hoffnung Isaak mit "Always on the Run" neben einer brennenden Tonne auf der großen Bühne auf.

Aus den 15 Ländern ohne festes Ticket sicherte sich unter anderem der diesjährige ESC-Favorit Kroatien mit einem explosiven Auftritt und eingängigem Beat ein Ticket ins Finale. Ebenso gelang es dem nichtbinären Act Bambie Thug aus Irland auch dank sehr extravaganten Kostümen, Fangzähnen und einer außergewöhnlichen Show mit Gruselfaktor, die an einen Exorzismus erinnerte. Auch am Samstag dabei sind die Ukraine sowie Serbien, Portugal, Slowenien, Litauen, Finnland, Zypern und Luxemburg (queer.de berichtete).

Das zweite Halbfinale steht am Donnerstag an: Dort versuchen 16 weitere Länder, sich für einen der übrigen zehn Finalplätze zu qualifizieren. Der weltgrößte Gesangswettbewerb steht dieses Jahr unter dem Motto "United by Music". (dpa/cw)

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