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Neue Provokation
AfD diffamiert Kevin Kühnert als "Warmduscher"
Im Europawahlkampf macht sich die AfD nun auch über die sexuelle Orientierung des SPD-Generalsekretärs lustig.

Martin Reichardt ist seit 2017 Bundestagsabgeordneter (Bild: IMAGO / Jacob Schröter)
- 13. Mai 2024, 10:25h 2 Min.
Der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Reichardt hat am Sonntag den offen schwulen SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert als "Warmduscher" diffamiert. Auf X (früher Twitter) veröffentlichte Reichardt ein SPD-Wahlkampfvideo mit Kühnert und den sozialdemokratischen Europa-Kandidaten Gaby Bischoff und Freddy Augustin. Das Video kommentierte der Rechtsextremist unter anderem mit den Worten: "Kevin Kühnert als bildungsferne[r] Warmduscher!"

(Bild: X)
In dem insbesondere auf Tiktok und Instagram verbreiteten SPD-Wahlkampfvideo waren die drei SPD-Politiker*innen beim Döner-Essen zu sehen und warnen vor rechtsradikalen Kräften im Europaparlament. Kühnert erklärt hierzu: "Denn ohne Scheiß, sie ertragen es nicht, dass wir mit einer anderen Meinung auf der Straße sind. Daher greifen sie Leute von uns an." Er spielt damit auf mehrere Übergriffe auf Kandidierende an. Beim Angriff auf den SPD-Europaabgeordneten Matthias Ecke hatten die Täter vor einer Woche unter anderem mit dem Spruch "Ihr Schwuchteln" ihre homosexuellenfeindliche Intention deutlich gemacht (queer.de berichtete). Ecke war schwer im Gesicht verletzt worden und musste operiert werden.
TikTok / Kevin Kühnert@kuehnikev @Freddy Augustin @Gaby Bischoff @SPD @SPD Berlin Polizeischutz am Wahlkampfstand – wir wollen mit einem 3 Döner ins Gespräch kommen und das geht nur, wenn die Polizei aufpasst. Die AfD und deren Freunde haben ein Klima der Gewalt geschaffen – es ist Zeit sie aus den Parlamenten bei der Europa- und den Kommunalwahlen rauszuwählen. Daher denkt bitte daran: Am 09. Juni wählen gehen! Und am besten SPD!
Originalton – Kevin Kühnert
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Der Begriff "Warmduscher" wird seit Jahrzehnten für Männer verwendet, die subjektiv für schwächlich oder feige gehalten werden. Wie auch "Schwuchtel" wird das Wort gerne als abwertender Begriff für Schwule verwendet. 1998 gab es eine Debatte um das Wort, als Komiker Harald Schmidt über ein fiktives WM-Tagebuch von Lothar Matthäus über Jürgen Klinsmann sprach und den damaligen Mannschaftskapitän unter anderem mit den Worten "Schwabenschwuchtel" und "Warmduscher" umschrieb.
Martin Reichardt ist Chef des rechtsextremen AfD-Landesverbands Sachsen-Anhalt und für seine queerfeindlichen Ausfälle berüchtigt (queer.de berichtete). Letztes Jahr kritisierte er etwa auf recht plumpe Art das Aussehen von Miss Niederlande, nur weil die Siegerin trans ist (queer.de berichtete). (dk)














