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Fußball
Queer Football Fanclubs: Gruppen-Coming-out zweischneidiges Schwert
Am 17. Mai soll es ein Gruppen-Coming-out im Profifußball geben. Das Netzwerk europäischer schwul-lesbischer Fußball-Fanclubs äußert sich dazu – und sieht auch kritische Punkte.

Symbolbild: Das Netzwerk Queer Football Fanclubs (QFF) bei einer Kundgebung 2018 gegen die Fußball-WM in Russland (Bild: IMAGO / ZUMA Press)
- 15. Mai 2024, 08:15h 2 Min.
Das Netzwerk Queer Football Fanclubs (QFF) sieht das angekündigte Gruppen-Coming-out im Profifußball auch kritisch. "Wir halten das für ein zweischneidiges Schwert", teilte das Netzwerk europäischer schwul-lesbischer Fußball-Fanclubs auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. "Natürlich würden wir uns freuen, wenn jeder Spieler einfach so leben könnte, wie er möchte und dies überhaupt keine Wellen schlagen würde. Die Realität scheint leider eine andere zu sein und ein Coming-out ist immer eine sehr persönliche Angelegenheit, die man wohl kaum konzertiert 'veranstalten' kann."
Zudem sei der Termin "direkt vor dem letzten Spieltag eher ungünstig, da es sportlich für viele Teams noch um das Erreichen der sportlichen Saisonziele geht".
Initiative von Marcus Urban
Für den 17. Mai, den Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHOBT), hat der schwule Ex-Jugendnationalspieler Marcus Urban ein Gruppen-Coming-out im Profifußball angekündigt (queer.de berichtete). In Deutschland hatte noch immer kein aktiver männlicher Fußball-Profi ein Coming-out. Zuletzt dämpfte Urban jedoch die Erwartungen (queer.de berichtete).
"Wir denken, dass die Gesellschaft zumindest in Deutschland und weiten Teilen Europas bereit wäre, das ist aber sicher nicht überall so. Hier ist nach wie vor viel Aufklärungsarbeit und Einsatz gefordert", heißt es von QFF. (cw/dpa)














