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Berlin

Das Tuntenhaus bleibt

Der Bezirk Berlin-Pankow kann das Tuntenhaus kaufen – und damit die Traditionseinrichtung retten. Allerdings ist dies wohl mit Kostensteigerungen für die Bewohner*innen verbunden.


Bewohner*innen wehrten sich gegen den drohenden Verkauf des Tuntenhauses (Bild: IMAGO / Emmanuele Contini)
  • 16. Mai 2024, 12:21h 2 Min.

Für das queere Wohnprojekt Tuntenhaus in Prenzlauer Berg kann der Bezirk Pankow nun das Vorkaufsrecht ausüben. Das sanierungsbedürftige Gebäude in der Kastanienallee 86 geht nun zwischenzeitlich an die Schweizer Stiftung Edith Maryon, wie das Bezirksamt Pankow am Donnerstag mitteilte. Am Mittwoch lief die Frist zur Unterzeichnung der Abwendungsvereinbarung mit dem bisherigen Käufer ab – mit einer Unterschrift hätte er sich an Auflagen binden müssen. Darin ging es unter anderem darum, die Immobilie nicht hochpreisig zu sanieren.

"Neben dem Erhalt des seit Jahrzehnten bestehenden queeren Wohnprojekts 'Tuntenhaus' und dem Schutz der Mieterinnen und Mieter ging es uns dabei auch um ein Zeichen, dass dem Land Berlin der Milieuschutz sehr wichtig ist", sagte Bausenator Christian Gaebler (SPD) am Donnerstag laut Mitteilung.

Die in Basel angesiedelte Stiftung Edith Maryon, die bereits viele Projekte in Berlin unterstützt hat, versteht sich nach eigenen Angaben als nicht profitorientierte Stiftung, die Grundstücke der Spekulation entzieht. Einem Mitglied der Geschäftsleitung zufolge soll behutsam modernisiert werden, so dass die Bewohner*­innen in dem Wohnprojekt bleiben können. Derzeit zahlten diese rund zwei Euro pro Quadratmeter – das werde im Zuge der Modernisierung nicht gehalten werden können. Vieles solle auch von den Bewohner*­innen gestaltet werden. Nach der Sanierung solle eine Genossenschaft das Haus übernehmen, wofür es auch Förderung vom Land gebe.

Die Bewohner*innen des Tuntenhauses zeigten sich erleichtert über die aktuelle Entwicklung. Sprecherin Jil Brest erklärte gegenüber der "taz", die Erleichterung sei groß gewesen, als die Verwaltung am Donnerstag angerufen habe. Die vergangenen Monate der Unsicherheit seien nicht leicht gewesen. "Es war ein Zittern und Bangen", so Brest.

In ersten Reaktionen lobten SPD, Grüne und Linke die Entscheidung. "Ein sensationeller Erfolg der Bewohner*innen, der ohne ihren beharrlichen Protest und zahlreiche Hintergrundgespräche nicht möglich gewesen wäre", erklärte etwa der queere Verband der Linken.

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Das 1990 gegründete Tuntenhaus gilt als das älteste queere Wohnprojekt Berlins. Es ist Teil eines ehemals besetzten Hauses in der Kastanienallee 86. Das Haus gilt als eine der letzten Einrichtungen, die bisher nicht von der Gentrifizierung der Kastanienallee betroffen waren. (dpa/dk)

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