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Queerfeindliche Parteien im Europaparlament
Marine Len Pen bricht mit AfD
Bei rechtspopulistischen Parteien in Europa eckt der AfD-Spitzenkandidat Maximilian Krah immer wieder an. Jetzt scheint es einen Eklat mit Frankreichs Rassemblement National zu geben.

Selbst der französischen Rechtsextremistin Marine Le Pen ist die deutsche AfD zu rechts (Bild: Gilbert-Noël Sfeir Mont-Liban / flickr)
- 22. Mai 2024, 08:25h 2 Min.
- Zu Update springen: AfD verhängt Auftrittsverbot gegen Krah (10:38h)
Die AfD-Spitze berät in Krisensitzungen über den weiteren Europawahlkampf mit ihrem extrem queerfeindlichen Spitzenkandidaten Maximilian Krah. Dies bestätigte ein Parteisprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Auch AfD-Landesverbände würden einbezogen. Hintergrund sind Berichte aus Frankreich, wonach die ebenfalls rechtsextreme Partei Rassemblement National (RN) um Marine Le Pen wegen umstrittener Äußerungen von Krah künftig nicht mehr in einer Fraktion mit der AfD im Europaparlament zusammenarbeiten will. Die AfD-Spitze würde die Zusammenarbeit mit dem RN gerne fortsetzen, wie es aus Parteikreisen hieß.

AfD-Spitzenkandidat Maximilian Krah ist seit 2019 Mitglied des Europaparlaments (Bild: EP)
Nach französischen Medienberichten geht es um ein Interview Krahs in der italienischen Zeitung "La Repubblica" vom Wochenende. Darin behauptete er, nicht alle Mitglieder der SS seien kriminell gewesen. "Ich werde nie sagen, dass jeder, der eine SS-Uniform trug, automatisch ein Verbrecher war", sagte Krah der Zeitung. Auf die Frage, ob die SS Kriegsverbrecher seien, antwortete er: "Es gab sicherlich einen hohen Prozentsatz an Kriminellen, aber nicht alle waren kriminell." Die nationalsozialistische SS bewachte und verwaltete unter anderem die Konzentrationslager und war maßgeblich für Kriegsverbrechen verantwortlich. Bei den Nürnberger Prozessen nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde sie zu einer verbrecherischen Organisation erklärt.
Die AfD arbeitet im Europaparlament mit dem Rassemblement National und der italienischen Lega in der rechtsextremen Fraktion ID zusammen. Die drei Parteien stellen derzeit vier Fünftel aller ID-Abgeordneten in Straßburg.
Schon seit Längerem gibt es zwischen der AfD und dem RN Unstimmigkeiten. Nach den Enthüllungen des Medienhauses Correctiv über ein Rechtsradikalen-Treffen in Potsdam im Januar hatte Le Pen deutliche Kritik geäußert. Dabei sind beide Parteien bei vielen Fragen – etwa ihrer Ablehnung von LGBTI-Rechten – einer Meinung. (dpa/dk)
Update 10.38 Uhr: AfD verhängt Auftrittsverbot gegen Krah
Maximilian Krah gab am Donnerstagvormittag auf X (früher Twitter) bekannt, dass er auf weitere Wahlkampfauftritte verzichte und sein Amt im Bundesvorstand niederlegen werde. Laut ntv habe die AfD-Führung ein "Auftrittsverbot" gegen den Spitzenkandidaten verhängt.















