https://queer.de/?49627
Filmfestival in Cannes
Catherine Deneuve küsst eigene Tochter in Drag
In Christophe Honorés neuem Film "Marcello Mio" verwandelt sich Chiara Mastroianni, die Tochter von Catherine Deneuve und Marcello Mastroianni, in ihren eigenen Vater.

Chiara Mastroianni in "Marcello Mio" (Bild: Les Films Pelleas)
- 23. Mai 2024, 04:26h 2 Min.
In ihrem neuen Film unternimmt die französische Schauspiel-Legende Catherine Deneuve eine Reise in ihre Vergangenheit. Das sei ihr nicht in jeder Szene leicht gefallen, sagte die 80-Jährige am Mittwoch in Cannes. Das Werk handelt von ihrer früheren Beziehung zum italienischen Schauspieler (1924-1996). Deneuve und andere Filmschaffende spielen sich darin in einer Art fiktionalisierten Version selbst.
In der Hauptrolle ist Deneuves und Mastroiannis Tochter Chiara Mastroianni zu sehen. "Marcello Mio" folgt Chiara dabei, wie sie sich nach einer Identitätskrise in ihren Vater verwandelt. Ausgestattet mit Perücke, Anzug und Schnurrbart (und damit ihrem Vater erstaunlich ähnlich sehend), verstört sie ihr Umfeld mit ihrem neuen Auftreten.
"Das war ein bisschen ambivalent"
Deneuve verfolgt im Film das Verhalten ihrer Tochter mit amüsierter Neugier. In einer Szene küsst sie ihre Tochter auf den Mund – und es wird angedeutet, dass sie in dem Moment von den Gefühlen zu ihrem früheren Partner übermannt wird. "Das war ein bisschen ambivalent, das war tatsächlich schwierig für mich", sagte Deneuve über die Szene. "Weil sie nunmal meine Tochter ist."
Chiara sagte wiederum, sie habe damit keine Probleme gehabt. Sie distanziere sich stets von den Rollen, die sie verkörpere. "Es ist nur ein Spiel – es ist ein Film", sagte sie. "Was mir hingegen Probleme bereitete: Ich mochte es nicht, wieder Chiara zu werden", ergänzte sie. "Das habe ich bisher nicht verarbeitet. Es ist beunruhigend, wenn man lieber jemand anderes sein möchte."
Das Werk des Franzosen Christophe Honoré läuft im Wettbewerb der Filmfestspiele Cannes.
Queere Filme in Cannes
Weltpremiere beim Filmfestival in Cannes feierte auch die Doku "La Belle de Gaza" über fünf trans Frauen, die aus dem Gazastreifen nach Tel Aviv geflüchtet sind (queer.de berichtete). Ebenfalls uraufgeführt wurde die queere Musical-Komödie "Emilia Perez" des französischen Filmemachers Jacques Audiard (queer.de berichtete). Am Mittwoch wurde zudem Karim Aïnouz' neuer Film "Motel Destino" erstmals gezeigt (queer.de berichtete).
Die Goldene Ehrenpalme für ihr Lebenswerk erhielt zur Eröffnung des Filmfestivals die US-Schauspielerin Meryl Streep (queer.de berichtete) .Die Jury steht in diesem Jahr unter Vorsitz von Greta Gerwig, die zuletzt mit "Barbie" Erfolg hatte. (cw/dpa)
Mehr zum Thema:
» Die Deneuve wird 80: Immer wieder auch queere Rollen (16.10.2023)
Mehr queere Kultur:
» auf sissymag.de
22:45h, One:
Maurice
Der erfolgreiche Börsenmakler Maurice versucht vergeblich gegen seine Homosexualität anzukämpfen.
Spielfilm, GB 1987- 2 weitere TV-Tipps »














