Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?49645

Hagen

Bei Stolperstein-Verlegung: Mann brüllt "Alle Schwulen sollen sterben"

Bei der Verlegung eines Stolpersteins für das homosexuelle NS-Opfer Max Sander in der südwestfälischen Stadt Hagen rief ein 36-Jähriger homofeindliche Hasstiraden. Die Polizei überwältigte den Mann.


Der Stolperstein für Max Sander vor der Verlegung (Bild: Jürgen Wenke)

  • 24. Mai 2024, 04:04h 2 Min.

Eklat bei einer Stolperstein-Verlegung für ein schwules NS-Opfer in Hagen. Kurz vor Beginn der Veranstaltung am Donnerstagvormittag auf dem Friedrich-Ebert-Platz mit rund 100 Teilnehmer*­innen begann ein 36-Jähriger lautstark zu pöbeln und homofeindliche Tiraden zu rufen. Laut einem Bericht der "Westfalenpost" brüllte der Mann u.a.: "Alle Schwulen sollen sterben."

Anwesende Polizist*­innen griffen sofort ein. "Die Polizisten, die vor Ort zum Schutz der Veranstaltung eingesetzt waren, haben ihn aus der Menge heraus geführt und einen Platzverweis ausgesprochen", erklärte Polizeisprecher Tino Schäfer gegenüber der Regionalzeitung. Daraufhin beleidigte der Mann die Beamt*­innen und versuchte, sie zu treten. Schließlich wurde der 36-Jährige überwältigt und in Gewahrsam genommen.

Der 36-Jährige ist "polizeibekannt"

Der Pöbler sei "polizeibekannt" und in den vergangenen Wochen bereits mehrfach aufgefallen, so Tino Schäfer. "Wir gehen vor diesem Hintergrund nicht von einem politischen Motiv aus." Der 36-Jährige wurde wegen Beleidigung sowie Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte angezeigt. Die eigentliche Gedenk-Veranstaltung konnte im Anschluss ohne Störungen stattfinden.

Der Stolperstein direkt vor dem Restaurant "Bar Celona" ist Max Sander gewidmet, der 1941 im Alter von 47 Jahren im KZ Neuengamme bei Hamburg ermordet wurde. Er war in der Zeit des Nationalsozialismus mehrfach nach Paragraf 175 verurteilt worden. Sander wurde 1894 in Elberfeld geboren, später zog er nach Hagen, wo er bis zu seiner Verhaftung lebte. Weil die letzte Wohnadresse nicht bekannt ist, wurde der Stolperstein auf dem Friedrich-Ebert-Platz verlegt (Mehr über Max Sander auf stolpersteine-homosexuelle.de).

SPD-Abgeordneter: "Solch ein Auftritt ist beschämend"

Der Hagener Bundestagsabgeordnete Timo Schisanowski (SPD) gehörte am Donnerstag zu mehreren Redner*innen, die an das Schicksal von Max Sander erinnerten. Über den Zwischenfall zeigte er sich gegenüber der "Westfalenpost" erschüttert: "Solch ein Auftritt ist beschämend und löst Entsetzen aus", sagte Schisanowski. "Aber bevor einer von uns reagieren konnte, hat die Polizei auch schon gehandelt. Ich bin froh, dass das letztlich so gelöst wurde und die Veranstaltung an sich nicht beeinträchtigt wurde."

Der Stolperstein für Max Sander ist der zweite für ein homosexuelles NS-Opfer in Hagen. Bereits am IDAHOBIT in der vergangenen Woche war im Stadtteil Haspe ein Stolperstein für Alexander Schlüter verlegt worden (queer.de berichtete). (mize)

-w-