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Österreich

FPÖ-Abgeordneter: CSD ist "Zeichen der Dekadenz"

Für den niederösterreichischen Landtagsabgeordneten Martin Antauer von der extrem rechten FPÖ ist die Pride-Parade in St. Pölten ein "Zeichen der Dekadenz". Kluger Widerspruch kommt vom konservativen Koalitionspartner.


Martin Antauer ist 2021 Bezirksparteiobmann der extrem rechten FPÖ in St. Pölten. 2023 wurde er in den Landtag von Niederösterreich gewählt (Bild: IMAGO / SEPA.Media)

In Niederösterreich wütet die extrem rechte FPÖ gegen die CSD-Demo am vergangenen Wochenende in St. Pölten. "Die in der Stadt St. Pölten abgefeierte 'Pride-Parade' ist ein Zeichen der Dekadenz und dient einzig dazu lauten und schrillen Interessensgruppen eine Bühne zu geben", empörte sich der Landtagsabgeordnete und Bezirksparteiobmann Martin Antauer am Montag in einer Pressemitteilung.

Sexualität sei "Privatsache" und müsse nicht "für alle sichtbar vor sich hergetragen werden", meinte Antauer, "vor allem dann nicht, wenn auch Kinder zusehen könnten". Überhaupt nicht verstehen kann der Rechtsaußenpolitiker, dass für den "Regenbogen-Zirkus" auch noch Steuergeld ausgegeben wurde: "Statt sexuelle Randgruppenideologien zu propagieren, wäre es besser dieses Geld in bedürftigen Familien und Menschen zu investieren, die unter der Teuerung und unter Zukunftsängsten leiden."

Bei der Pride-Veranstaltung handele sich um "reine Provokation und dem Wunsch nach Abschaffung der klassischen Familie", behauptete Antauer. "Die FPÖ vertritt jedenfalls eine klare Position im Sinne des mehrheitlich klassischen Familienbildes, bestehend aus Mann, Frau und Kind(ern). Diese sieht man nämlich in der herrschenden 'queeren' Hysterie der öffentlichen Wahrnehmung kaum noch."

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Koaltionspartner: Pride-Paraden werden noch gebraucht

Widerspruch kam prompt von der konservativen Volkspartei Niederösterreich (VPNÖ), die das Bundesland zusammen mit der FPÖ regiert. "Solange Hass und Gewalt, gesundheitliche Probleme und Vorurteile Thema sind, wird es die Pride-Paraden und die Diskussion rundherum geben müssen", reagierte der VPNÖ-Landtagsabgeordnete Florian Krumböck auf die Hetze von Antauer mit besonnenen Fakten.


Florian Krumböck ist seit 2023 Mitglied des Landtags Niederösterreich (Bild: Parlamentsdirektion / Johannes Zinner)

In einer eigenen Pressemitteilung schreibt Krumböck:

Aus meiner Sicht wäre es am besten, wenn es die Pride nicht geben müsste. Denn das würde heißen, wir brauchen uns nicht mehr mit Hass und Gewalt herumschlagen. Es würde heißen, wir brauchen uns nicht mehr um die psychische Gesundheit von LGBTQ-Personen sorgen – zumindest nicht mehr als um die der restlichen Bevölkerung. Es würde heißen, wir brauchen uns nicht mehr um Vorurteile kümmern, nicht mehr überlegen, ob man als Jugendlicher in der Schule von der ersten Liebe oder am Arbeitsplatz vom Wochenende mit dem gleichgeschlechtlichen Partner erzählt. Es würde heißen, dass man nicht mehr überlegt, ob man irgendwo Händchen hält und schon gar nicht mehr, wo genau man das tut. Aber: Wir sind nicht so weit. Solange Hass und Gewalt, gesundheitliche Probleme und Vorurteile Thema sind, wird es die Pride-Paraden und die Diskussion rundherum geben müssen.

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