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Die Eurovision-Saga geht weiter

Wollte Nemo das ESC-Finale boykottieren?

Laut einem Medienbericht war offenbar bis kurz vor dem Beginn des ESC-Finals nicht sicher, ob alle Länder antreten. Auch der schweizerische Act Nemo soll an der Boykottdrohung beteiligt gewesen sein, was aber dementiert wird.


Nemo nach dem ESC-Sieg: Was ist im Vorfeld der Finalshow passiert? (Bild: EBU / Corinne Cumming)
  • 28. Mai 2024, 08:57h 3 Min.

Beim diesjährigen ESC-Finale am 11. Mai ist es nach einem Bericht der norwegischen Tageszeitung VG (Bezahlartikel) fast zu einem Eklat gekommen. Demnach drohten sechs Acts, darunter auch der Sieger-Act Nemo aus der Schweiz, mit Blick auf die israelische ESC-Teilnahme mit einem Boykott und willigten erst 25 Minuten vor dem Beginn der Show in die Teilnahme ein.

"Wir haben bis zur letzten Sekunde überlegt, ob wir uns zurückziehen sollen", erklärte der 41-jährige Musiker Magnus Børmark, der Gitarrist der norwegischen ESC-Teilnehmerband Gåte. "Viele von uns haben darauf reagiert, dass man Israel die Möglichkeit gibt, den ESC als politisches Instrument zu nutzen." Laut dem Bericht sollen neben Nemo auch Großbritannien mit dem schwulen Sänger Olly Alexander ("Dizzy"), der nichtbinäre irische Act Bambie Thug ("Doomsday Blue") sowie Portugal (Iolanda mit "Grito") und aus Griechenland (Marina Satti mit "Zári") beteiligt gewesen sein.

Norwegen habe laut Børmark nicht an der Flaggenparade in der Probe am Samstagnachmittag teilgenommen, weil es eine Dringlichkeitssitzung mit der EBU gegeben habe. Dieser Flaggenparade blieben auch Maria Satti, Bambie Thug und Nemo fern.

"Rückzug stand nicht zur Debatte"

Der schweizerische ESC-Delegationsleiter Yves Schifferle widersprach dagegen, an der Boykottdrohung beteiligt gewesen zu sein. "Es stand nicht zur Debatte, dass sich die Schweizer Delegation vom ESC zurückziehen wollte", so Schifferle gegenüber "Blick". Offiziell hatte der SRF zum Fernbleiben beim Eröffnungsteil der Probe erklärt: "Der Druck, der auf Nemo lastete, war in diesem Moment enorm, und Nemo fühlte sich bei der Probe emotional nicht in der Lage, daran teilzunehmen."

Laut dem VG-Bericht hätten sich mehrere Länder, darunter auch die Schweiz, hinter den Kulissen wegen des Verhaltens der israelische Delegation beschwert. Schifferle erklärte dazu nur: "Einige Acts haben das Gespräch mit der EBU bezüglich gewisser Umgangsformen im Backstage-Bereich gesucht."

Nemo selbst will zu dem Streit keine Stellung nehmen: "Im Moment will ich mich nicht dazu äußern, ich glaube, das bringt zurzeit nichts", sagte der nichtbinäre ESC-Star in einem Interview im neuesten "Spiegel" (Bezahlartikel).

Die Teilnahme der vierfachen ESC-Siegerlandes Israel war im Vorfeld des Musikwettbewerbs wegen des Gaza-Krieges auf Kritik gestoßen. Das Land wurde von Eden Golan vertreten, die mit "Hurricane" das zweite Halbfinale gewann und am Ende den fünften Platz erreichte – das deutsche Publikum gab zwölf Punkte an Israel. Im "Spiegel" sagte Nemo zum Verhältnis mit der israelischen Sängerin: "Wir haben uns ein paarmal im Laufen 'Hallo' gesagt, mehr nicht. Es war für die Kandidaten und Kandidatinnen aus verschiedenen Gründen schwierig, miteinander zu reden – und manche Delegationen waren abgeschirmter als andere. Aber auch dazu möchte ich nichts sagen, bevor es keine Updates der EBU gibt."

Der israelische EBU-Sender Kan beschuldigte nach dem ESC andere Nationen, "immensen Druck aufgebaut und einen nie dagewesenen Grad an Hass" gezeigt zu haben. Andere warfen dagegen der israelischen Delegation unhöfliches Verhalten vor und kritsierten auch Kan: "Der Sender Kan hat zwei oder drei Mal zur Gewalt gegen mich aufgerufen", sagte etwa Bambie Thug aus Irland nach dem ESC. Unklar ist, über welche Äußerungen Bambie Thug spricht. Der offizielle Kommentator hatte unter anderen gesagt, dass sich der irische Act im Vorfeld negativ über Israel geäußert hatte. (dk)

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