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Folterstrafe
63 Personen in Afghanistan öffentlich ausgepeitscht
Einigen der Verurteilten waren homosexuelle Handlungen vorgeworfen worden.

Taliban-Kämpfer im Jahr 2021 (Bild: Voice of America News)
- 4. Juni 2024, 15:53h 1 Min.
Ein Gericht in der zentralafghanischen Provinz Sar-i Pul hat 63 Menschen in einem Stadion öffentlich auspeitschen lassen. Das gab der Oberste Gerichtshof der in dem Land herrschenden islamistischen Taliban am Dienstag laut dpa bekannt.
Den 14 Frauen und 49 Männern würden unter anderem mutmaßlich homosexuelle Handlungen, Diebstahl und andere "moralische Verbrechen" vorgeworfen. Die Strafe sei am Dienstag im Beisein von lokalen Taliban-Vertretern und Anwohnern vollzogen worden.
Die Taliban führten nach ihrer Rückkehr an die Macht in Afghanistan im August 2021 trotz Kritik von Menschenrechtsorganisationen und den Vereinten Nationen wieder öffentliche Strafen ein, darunter Hinrichtungen und Auspeitschungen für Verbrechen wie Mord, Raub und Ehebruch. Seitdem wurden fünf wegen Mordes verurteilte Männer öffentlich hingerichtet. Immer wieder gab es auch Berichte über Folterstrafen gegenüber mutmaßlich schwulen Männern. Erst im März wurde ein Mann wegen vorgeworfener homosexueller Handlungen in der westlichen Provinz Farah ausgepeitscht (queer.de berichtete).
Vergangenen März versprach der oberste Talibanführer Haibatullah Achundsada die vollständige Einführung der Scharia in Afghanistan. In einer Audiobotschaft erwähnte er ausdrücklich Strafen für Ehebruch wie Steinigung und öffentliche Auspeitschungen. (dpa/cw)














