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Colorado

Republikaner rufen zum Verbrennen aller Regenbogen­fahnen auf

Mit immer schrilleren Tönen versuchen die amerikanischen Republikaner, queerfeindliche Stimmen zu gewinnen. Queere Menschen werden dabei pauschal als gottlos und Gefahr für Kinder dargestellt.


Die Republikaner haben die Regenbogen­flagge als Hassobjekt ausgemacht (Bild: Freepik)

  • 5. Juni 2024, 10:57h 3 Min.

Die republikanische Partei im US-Bundesstaat Colorado hat in einem Social-Media-Posting anlässlich des Pride-Monats Juni zum Verbrennen aller Regenbogen­fahnen aufgerufen und in einer Massen-E-Mail queere Menschen als "gottlose Groomer" bezeichnet. Das Wort "Groomer" wird für Erwachsene verwendet, die eine minderjährige Person in Missbrauchsabsicht kontaktieren. Für dieses Posting ernteten die Republikaner viel Kritik, selbst aus den eigenen Reihen.

Die Massen-E-Mail trägt die Überschrift "God Hates Pride" (Gott hasst CSDs). Darin heißt es unter anderem: "Der Monat Juni ist da und wieder einmal versuchen gottlose Groomer in unserer Gesellschaft, alles zu attackieren, das anständig, heilig und gerecht ist. Ziel ist es, unseren Kindern Schaden zuzufügen." In der Mail ist auch ein Bild mit dem Titel "God Hates Flags" (Gott hasst Fahnen) enthalten. Die Mail der Republikaner trägt die Unterschrift des republikanischen Landesvorsitzenden Dave Williams.

/ KyleClark
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Die Sprüche "God Hates Pride" und "God Hates Flags" sind angelehnt an das homophobe Motto "God Hates Fags" (Gott hasst Schwuchteln) der berüchtigten Westboro-Baptistenkirche.


Ein Mitglied der Westboro-Baptistenkirche bei einer Demo im Jahr 2015 (Bild: Elvert Barnes / flickr)

Zudem veröffentlichten die Colorado-Republikaner auf X (früher Twitter) ein GIF-Bild mit Flammen und den Worten: "Burn all the #pride flags this June" (Verbrennt diesen Juni alle Regenbogen­fahnen).


(Bild: X)

Die queer­feindlichen Sprüche führten zu Empörung in sozialen Medien und in der Demokratischen Partei. Das Büro von Colorado-Gouverneur Jared Polis, einem offen schwulen Demokraten, teilte etwa gegenüber "Mediaite" mit, dass er mit den Einwohner*­innen seines Bundesstaates den CSD-Monat feiern und sich nicht vom "unzusammenhängenden Geschwafel" der Republikaner ablenken lassen werde.

selbst einigen Republikanern ging das zu weit. Der Kongressabgeordnete Richard Holtorf erklärte etwa gegenüber "CPR News": "Ich denke nicht, dass die Partei so etwas tun sollte." Vielmehr solle sie sich darauf konzentrieren, republikanische Kandidatinnen und Kandidaten zu unterstützen.

Der schwule Republikaner Valdamar Archuleta, der in einem mehrheitlich demokratischen Wahlkreis in der Stadt Denver antritt, erklärte auf X sogar, dass er von der Nominierungsliste der Republikaner gestrichen werden möchte. Die Aktion seiner Partei sei "sehr beunruhigend" gewesen.

/ Archuleta4CO

Bei den im November anstehenden Wahlen zu Landes- und Bundesparlamenten sowie den Präsidentschaftswahlen setzen die Republikaner offenbar voll auf Queerfeindlichkeit, um Wähler*innen an ihre Seite zu ziehen. Letzten Monat veröffentlichte eine Kongresskandidatin aus Missouri etwa einen Werbespot mit dem Spruch: "Seid nicht schwach und schwul!" (queer.de berichtete). In North Carolina stellten die Republikaner mit Mark Robinson einen Gouverneurskandidaten auf, der für seine queerfeindlichen Sprüche bekannt ist (queer.de berichtete). Er hatte etwa behauptet, dass Homosexualität im Gegensatz zu Kuhmist "keinem Zweck" diene. So gut wie alle LGBTI-Organisationen unterstützen deshalb im Präsidentschaftswahlkampf den demokratischen Amtsinhaber Joe Biden und warnen vor einem erneuten Sieg von Donald Trump (queer.de berichtete). (dk)

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