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Berlin-Kreuzberg

Queere Männer im Späti beleidigt und mit Flasche attackiert

In Berlin-Kreuzberg wurden ein cis Mann und sein trans Date von einem Späti-Mitabeiter beschimpft und angegriffen, weil sie zusammen die Toilette benutzt hatten. Nur wenige Stunden später wurden sie erneut Opfer von Gewalt.


Symbolbild: Späti in Berlin (Bild: Nicolas Bouliane / wikipedia)

Zwei Männer, ein cis Mann und sein trans Date, sind im Berliner Stadtteil Kreuzberg queerfeindlich beleidigt und angegriffen worden. Der 32-Jährige und der 33-Jährige verließen am Dienstagmorgen kurz nach acht Uhr gemeinsam die Toilette eines Spätkaufs in der Oranienstraße, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Daraufhin wurden sie von einem Mitarbeiter des Kiosks homophob beleidigt.

Daraufhin entwickelte sich zunächst eine "Diskussion", wie es von der Polizei weiter hieß. Schließlich schlug der 31-jährige Mitarbeiter mit einer Glasflasche gegen die Köpfe der Männer. Der 32-Jährige schlug ebenfalls mit einer Flasche zurück, offenbar um sich zu wehren.

Der Späti-Mitarbeiter habe sie als "Schwuchteln" beschimpft, berichtete eines der Opfer gegenüber queer.de. Er sei irrtümlich davon ausgegangen, dass die beiden Männer auf der Toilette Sex gehabt hätten. "Das ist bizarr, es gibt mehr als einen Grund, eine Toilette zu teilen, besonders unter Erwachsenen in Berlin", erklärte der Angegriffene. Der Spätkauf-Angestellte sei jedoch "immer aggressiver" geworden und habe sich "auf Gewalt vorbereitet".

Alle Beteiligten erlitten bei der Auseinandersetzung Verletzungen am Kopf, der 32-Jährige wurde zusätzlich am Arm verletzt. "Es war eine Menge Blut, ein völlig ruiniertes T-Shirt, viele Schnitte und Kratzer", so das Opfer, das schließlich den Notruf wählte. Die drei Männer wurden von Rettungskräften zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

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Am U-Bahnhof Hermannplatz erneut angegriffen

Nur wenige Stunden später wurden die beiden Späti-Gäste erneut angegriffen: Am Mittag gegen 13.20 Uhr trafen sie sich in Begleitung eines 36-Jährigen mit einem Unbekannten am U-Bahnhof Hermannplatz in Neukölln, der sie zuvor telefonisch kontaktiert hatte. Ziel des 33-Jährigen war demnach, von dem Unbekannten seinen Rucksack zurückzubekommen, den er im Späti vergessen hatte.

Bei der Übergabe kam es jedoch zum Streit, weil der Unbekannte von dem Mann Geld für die Rückgabe verlangte. Auf dem Hermannplatz habe der Tatverdächtige zunächst mit Fäusten auf den 33-Jährigen eingeschlagen. Als ein Standbetreiber dazwischenging, soll der Unbekannte mit einem Stein mehrfach auf die Köpfe der 33 und 36 Jahre alten Männer geschlagen haben. Schließlich flüchtete der Angreifer. Rettungskräfte brachten die beiden Verletzten zu ambulanten Behandlungen in ein Krankenhaus. Den Stein ließ der Tatverdächtige am Ort zurück, Polizist*innen stellten ihn sicher. Die Ermittlungen hat, wie bei Hasskriminalität üblich, der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts Berlin übernommen.

Bereits am Dienstagabend war ein 24-Jähriger in der Karl-Marx-Straße in Neukölln von einem 45-Jährgien homophob beleidigt und geschlagen worden (queer.de berichtete).

Berliner Polizei für queerfeindliche Hasskriminalität sensibilisiert

Immer wieder gibt es aus Berlin Berichte über LGBTI-feindliche Übergriffe, da die Landespolizei mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt publik macht und diese daher vergleichsweise häufig der Öffentlichkeit meldet. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt haben eigene Ansprechpartner*innen für queere Menschen. (cw)

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