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Pakistan
Mann will queeren Club gründen – und wird in Psychiatrie eingewiesen
Der Antrag eines Pakistaners auf Eröffnung eines queeren Clubs wurde in der durch Osama bin Laden bekannt gewordenen Stadt Abbottabad abgelehnt. Die Behörden gingen dann gegen den Antragsteller vor.

Das ist offenbar der einzige Regenbogen, den die Behörden in Abbottabad zulassen (Bild: IMAGO / Newscom World)
- 11. Juni 2024, 11:26h 2 Min.
Der 75-jährige Preetum Giani, der in der pakistanischen Großstadt Abbottabad einen queeren Club eröffnen wollte, ist nach einem Bericht des britischen "Daily Telegraph" von den Behörden in eine Psychiatrie im 200 Kilometer entfernten Peshawar eingewiesen worden. Bekannte des Mannes hätten erklärt, sie seien sehr besorgt über Gianis Wohlergehen. Sie dürften ihn nicht besuchen und würden auch keine weiteren Informationen über seinen Zustand erhalten. "Jeder hat Angst, dass wir ihn in Gefahr bringen, wenn wir darüber reden", erklärte eine anonyme Quelle.
Bereits im Mai hatte "24 News HD" über die Ablehnung des Antrags für den "Lorenzo Gay Club" berichtet. Damals löste das Vorhaben viel Kritik von konservativen Kräften aus, die Homosexualität als Verstoß gegen den Islam einstuften. Ein Parlamentsabgeordneter habe etwa laut "Telegraph" erklärt, dass er den Club mit Benzin übergießen und anzünden wolle.
"Kein Sex auf dem Gelände"
Laut dem Antrag sollte im Club gleich- oder verschiedengeschlechtlicher Sex "außer Küssen" verboten sein. Demnach sei es "heuchlerisch", einen Antrag für einen Club aufgrund der sexuellen Orientierung der potenziellen Gäste zu verweigern. Der Antragsteller versprach, ein großes Schild mit der Aufschrift "Kein Sex auf dem Gelände" anzubringen. Damit würde das Anti-Homosexuellen-Gesetz in Pakistan nicht verletzt. Dieses aus der britischen Kolonialzeit stammende Gesetz besagt, dass gleichgeschlechtlicher Sex mit Haftstrafen zwischen zwei Jahren und lebenslang geahndet werden kann.
Die Stadt Abbottabad war 2011 weltweit bekannt geworden, als die amerikanischen Streitkräfte in der "Operation Neptune Spear" dort Terrorführer Osama bin Laden entdeckten und töteten. Der Al-Kaida-Chef hatte in einem großen Anwesen in der Stadt seine letzten Tage verbracht.
Pakistan gilt als extrem homosexuellenfeindlich, trans Menschen werden hingegen anerkannt. Trotzdem gab es auch hier zuletzt einen Rückschlag: Vor einem Jahr hat ein religiöses Gericht das fünf Jahre zuvor eingeführte Selbstbestimmungsgesetz als unislamisch verboten (queer.de berichtete). (dk)















