Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?49886

Katholische Kirche

Papst erneut gegen schwule Seminaristen

Homosexuelle Männer könnten zwar "gute Burschen" sein, meinte Papst Franziskus bei einem Treffen am Dienstag mit römischen Priestern, im Priesterseminar hätten sie jedoch nichts zu suchen.


Wenn es nach Papst Franziskus geht, dürfen nur heterosexuelle Männer Priester werden (Bild: R. D. Barry / flickr)

Papst Franziskus besteht auf Diskriminierung. Laut einem Bericht der italienischen Nachrichtenagentur ANSA bekräftigte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Dienstag seine strikte Ablehnung schwuler Seminaristen. Homosexuelle Männer könnten zwar "gute Burschen" sein, meinte der Papst demnach bei einem nicht-öffentlichen Treffen mit römischen Priestern, aber mit "dieser Tendenz" sei es besser, sie nicht zu Priesterseminaren zuzulassen.

- Werbung -

Homophobe Entgleisung Ende Mai

Franziskus hatte sich bereits Ende Mai bei einem Treffen mit italienischen Bischöfen zum Thema schwule Seminaristen geäußert – und dabei mit einer homofeindlichen Entgleisung weltweit für Schlagzeilen gesorgt.

Bei der Versammlung der italienischen Bischofskonferenz empörte sich der Papst, dass es schon zu viele "frociaggine" in den Priesterseminaren gebe. Das sehr vulgäre und beleidigende italienische Wort lässt sich etwa mit "Schwuchteln" übersetzen.

Wenig später entschuldigte sich der Vatikan. Franziskus habe nie die Absicht gehabt, zu beleidigen oder sich homophob auszudrücken. Er entschuldige sich bei denjenigen, die sich durch die Verwendung des Begriffs, wie es "von anderen" berichtet wurde, beleidigt gefühlt hätten (queer.de berichtete).

Italienische Bischöfe offener gegenüber schwulen Seminaristen

Hintergrund der Papst-Äußerungen ist eine Entscheidung der italienischen Bischöfe vom vergangenen November, schwule Männer zum Priesterseminar zuzulassen, solange sie sich an das Zölibat halten und nicht als homosexuell auffallen. In dem vom Vatikan noch nicht genehmigten Beschluss "Ratio formationis sacerdotalis" macht die italienische Bischofskonferenz eine Unterscheidung zwischen einer einfachen homosexuellen Orientierung und so genannten "tief verwurzelten Tendenzen". Papst Franziskus geht diese Lockerung offenbar zu weit. (mize)

Update 12.40h: Papst soll erneut homophobes Schimpfwort benutzt haben

Bei dem nichtöffentlichen Treffen mit Priestern des Bistums Rom soll der Papst erneut das italienische Schimpfwort "frociaggine" gebraucht haben, meldeten verschiedene Medien. Unklar blieb, ob Franziskus sich das Wort zu eigen machte oder es lediglich zitierte. Die Rom-Korrespondentin der argentinischen Zeitung "La Nacion", Elisabetta Pique, berichtete, der Papst habe bei dem Treffen erzählt, dass ihm ein Geistlicher gesagt habe, es gebe "hier im Vatikan zu viel Schwuchtelei".

-w-

-w-

-w-