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Trans Schwimmerin

Lia Thomas erleidet Niederlage vor Sportgerichtshof

US-Schwimmerin Lia Thomas darf wegen eines 2022 erlassenen Trans-Verbots nicht bei den Olympischen Spielen antreten.


Lia Thomas wird nicht bei den Olympischen Spielen in Paris dabei sein (Bild: IMAGO / USA TODAY Network)

  • 13. Juni 2024, 09:26h 2 Min.

Die amerikanische Schwimmerin Lia Thomas darf auch künftig nicht wegen ihrer Geschlechts­identität in internationalen Wettbewerben antreten. Das hat der internationale Sportgerichtshof Cas in Lausanne in einem am Mittwoch mitgeteilten Urteil entschieden (PDF). Damit verpasst die 25-jährige trans Sportlerin die Olympischen Sommerspiele in Paris, die am 26. Juli beginnen.

Thomas hatte gegen eine Regelung des internationalen Schwimmverbands World Aquatics aus dem Jahr 2022 geklagt, wonach trans­geschlechtlichen Athletinnen, deren Geschlechts­anpassung nach dem Beginn ihrer Pubertät stattgefunden hat, pauschal von Wettbewerben der Frauen ausgeschlossen werden müssen (queer.de berichtete). Die Klägerin argumentierte, dass das pauschale Verbot unter anderem gegen die olympische Charta und die Europäische Menschenrechtskonvention verstoße. Sie werde wegen ihrer Geschlechts­identität diskriminiert.

Der Cas entschied jedoch, dass Thomas nicht berechtigt sei, die Richtlinien von World Aquatics infrage zu stellen, da sie kein Mitglied des US-Schwimmverbandes sei. Thomas hatte seit 2022 wegen des Verbots kein Rennen mehr geschwommen. Zuvor war sie im amerikanischen Unisport (NCAA) erfolgreich. Insbesondere rechtspopulistische Akteur*­innen, auch die deutsche AfD, werteten ihre Erfolge als Beweis dafür, dass trans Frauen aus dem Frauensport ausgeschlossen werden sollten (queer.de berichtete).

Lia Thomas zeigt sich enttäuscht

Laut ihrem Anwaltsteam bezeichnete Thomas die Entscheidung "zutiefst enttäuschend" und erklärte: "Pauschale Verbote, die trans Frauen an Wettkämpfen hindern, sind diskriminierend und berauben uns wertvoller sportlicher Möglichkeiten, die für unsere Identität von zentraler Bedeutung sind."

Derzeit findet weltweit ein regelrechter Kulturkampf um trans Personen im Sport statt. Mehrere kleinere Studien kamen zwar zu dem Ergebnis, dass trans Frauen anderen Frauen nicht grundsätzlich überlegen sind, zuletzt etwa eine Untersuchung des Internationalen Olympischen Komitees (queer.de berichtete). Die Datenlage ist bislang aber noch recht dünn.

World Aquatics hatte das Trans-Verbot ursprünglich mit einer offenen Kategorie ausgleichen wollen, bei der auch trans Athletinnen und Athleten teilnehmen dürfen (queer.de berichtete). Bei der Weltmeisterschaft in Berlin vergangenes Jahr wollte allerdings niemand in diesem Trans-Sonderwettbewerb antreten (queer.de berichtete). (dk)

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