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- 12. Juni 2006 2 Min.
Der CSD entwickelte sich am Wochenende zum großen Straßenfest. Die Polizei hielt Rechtsradikale erfolgreich in Schach. Mit Galerie!
Von Dennis Klein
(queer.de) - Der Warschauer CSD ist ohne die befürchteten Zwischenfälle über die Bühne gegangen: 3.000 Menschen demonstrierten nach Angaben der Polizei am Samstag in der Innenstadt. Die Veranstalter sprachen von 6.000 Teilnehmern. Unter ihnen befanden sich auch Oppositionspolitiker, Umweltschützer und viele Besucher aus dem Ausland. Aus Deutschland waren unter anderem "Lindenstraßen"-Fossil Georg Uecker und Comedian Thomas Hermanns mit von der Partie. Mitglieder aller im Bundestag vertretenen Parteien zeigten ihre Solidarität, darunter unter anderem die sozialdemokratische Europaabgeordnete Lissy Gröner. Besonders hochkarätig vertreten waren die Grünen: Mitdemonstriert haben Parteichefin Claudia Roth, Fraktionschefin Renate Künast und der Parlamentarische Geschäftsführer Volker Beck, der beim CSD in Moskau noch Prügel bezogen hatte (queer.de berichtete). "Dies ist ein Tag der Menschenrechte, und wir sind stolz, hier zu sein", rief Roth bei einer Rede den Demonstranten zu. Sie fügte an, sie werde auch im kommenden Jahr wieder dabei sein. Beck sagte, es sei das erste Mal in diesem Teil Europas, dass ein CSD so ausgelassen gefeiert werden könne.
Ein massives Polizeiaufgebot schützte die CSD-Teilnehmer vor rechtsradikalen Gegendemonstranten. 2.000 Beamte hielten eine Hundertschaft meist kurzhaariger junger Männer davon ab, auf die Schwulen und Lesben zuzugehen. Vereinzelt flogen Eier oder sogar Steine, allerdings ist scheinbar niemand dabei verletzt worden. Insgesamt nahmen die Beamten 14 Skinheads fest, weil sie Kanister mit Tränengas im Gepäck trugen. Am Donnerstag vor dem CSD hatte die rechtsradikale Gruppe "Allpolnische Jugend" ihre Demonstration abgesagt (queer.de berichtete), deshalb traten die Neonazis nur vereinzelt auf. Die Bevölkerung entlang des CSD-Zuges begrüßte größtenteils die Gleichheitsparade: Am Straßenrand und aus den Wohnungsfenstern schwenkten viele Warschauer Blumen.
In den beiden Jahren zuvor hatte der damalige Warschauer Bürgemeister und jetzige Staatspräsident Lech Kaczynski die Parade noch verboten. Im vergangenen Jahr demonstrierten dennoch über 2.000 Schwule und Lesben. Mehrere Teilnehmer wurden damals verletzt, es kam zu etlichen Festnahmen (queer.de berichtete).
Bilder von www.queer-kopf.de
12. Juni 2006















So was kann man vom Yuppie Westerwelle oder vom Salonkommunisten Lafontaine wohl nicht erwarten.