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Südostasien

Thailand: Ehe für alle voraussichtlich ab Oktober

Am Dienstag stimmte auch Thailands zweite Parlamentskammer in der endgültigen Abstimmung mit großer Mehrheit für die Öffnung der Ehe. Drei Monate nach der Unterschrift des Königs kann das Gesetz in Kraft treten.


Beim Bangkok Pride am 1. Juni 2024 wurde die Ehe-Öffnung bereits vorgefeiert (Bild: IMAGO / ZUMA Press Wire)

Ein großer Tag für die queere Community in Thailand. Am Dienstag stimmte auch der Senat, das Oberhaus des thailändischen Parlaments, in der zweiten und dritten Lesung für die Ehe für alle. 130 Senator*­innen votierten in der entscheidenden Abstimmung dafür, es gab vier Gegenstimmen und 18 Enthaltungen. Das Unterhaus hatte bereits Ende März mit ebenso großer Mehrheit für die Ehe-Öffnung gestimmt (queer.de berichtete).

Das Gesetz muss nun noch von König Maha Vajiralongkorn unterschrieben werden, 120 Tage nach der Veröffentlichung im offiziellen königlichen Amtsblatt tritt es in Kraft. Thailand wird damit voraussichtlich ab Oktober das erste südostasiatische Land sein, in dem die Ehe für alle legal ist. Auf dem asiatischen Kontinent erlauben bisher nur Taiwan und Nepal Ehen unabhängig vom Geschlecht der Partner*­innen.

Geschlechtsneutrale Bezeichnungen in den Ehegesetzen

Mit dem neuen Gesetz werden die Bezeichnungen "Männer", "Frauen", "Ehemänner" und "Ehefrauen" in den Ehegesetzen durch geschlechtsneutrale Begriffe ersetzt. Durch die Änderung werden gleichgeschlechtliche Ehepaare auch bei Erbangelegenheiten, Adoption und im Aufenthaltsrecht gleichgestellt.

Der Schritt wurde von allen großen politischen Parteien sowie der Mehrheit der Bevölkerung unterstützt. "Der heutige Tag ist ein Moment der Freude für das thailändische Volk", erklärte etwa Tunyawaj Kamolwongwat, ein Abgeordneter der oppositionellen Move Forward Party. "Dies ist ein Triumph für unsere Gesellschaft." Die seit über einem Jahrzehnt von der thailändischen LGBTI-Bewegung geforderte Öffnung der Ehe war nach den Parlamentswahlen im vergangenen Jahr und dem Amtsantritt von Regierungschef Srettha Thavisin beschleunigt worden.

/ Thavisin | Als erster Premierminister kam Srettha Thavisin am 1. Juni zum Bangkok Pride

Der Premierminister wollte die finale Zustimmung des Senats zur Ehe für alle ursprünglich mit LGBTI-Aktivist*innen in seinem Amtssitz feiern, wegen einer Covid-Infektion ist er jedoch krankgeschrieben. Im Zentrum von Bangkok ist am frühen Dienstagabend eine Kundgebung geplant, um die Gleichstellung im Eherecht zu zelebrieren.

Mit der Öffnung der Ehe will sich Thailands LGBTI-Bewegung allerdings nicht zufriedengeben. Als nächster Schritt wird ein Selbstbestimmungsgesetz gefordert. Bis heute können trans und nichtbinäre Menschen in Thailand ihren Geschlechtseintrag nicht ändern.

-w-