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#ByeByeElon

47 Organisationen stellen Aktivitäten auf X ein

Immer mehr Organisationen kehren dem ehemaligen Twitter den Rücken. Jetzt hat ein Bündnis gemeinsam seinen Rückzug von der Plattform verkündet – mit dem Hashtag #ByeByeElon.


Elon Musks X schreckt immer mehr Organisationen ab (Bild: Alexander Shatov / Unsplash)

  • 18. Juni 2024, 12:11h 3 Min.

Rote Karte gegen Hass und Hetze: 47 Organisationen aus den Bereichen Umwelt, Gesundheit, Landwirtschaft, Menschenrechte und Soziales haben am Dienstag gemeinschaftlich das Einstellen ihrer Aktivitäten auf X (früher Twitter) verkündet. Damit will das Bündnis namens "eXit" am von den Vereinten Nationen ausgerufenen Internationalen Tag für die Bekämpfung von Hetze ein Zeichen für eine demokratische und respektvolle Debattenkultur setzen. "eXit" gehören etwa der große Bio-Anbauverband Demeter, das Siegel Faitrade oder der aus Greenpeace hervorgegangene Energieversorger Green Planet Energy an.

Ihre mehr als 180.000 X-Follower*innen werden die Organisationen unter dem Hashtag #ByeByeElon im Rahmen einer "eXit-Woche", die ebenfalls am Dienstag startet, in mehreren abschließenden Postings über das Thema Hate Speech informieren. Auch auf anderen Social-Media-Plattformen werden sie Postings zum Thema veröffentlichen. Gebündelte Informationen zum "eXit" sind ab sofort auch auf www.byebyeelon.de zu finden.

/ GreenPlanet_nrg

Die Organisationen wollen mit ihrem Abschied von X auf die "Zunahme von gewaltvollen, diskriminierenden und desinformierenden Inhalten seit der Übernahme der Plattform durch Elon Musk im Oktober 2022" hinweisen. Elon Musk selbst setze Moderation mit Zensur gleich und habe diese daher deutlich zurückgefahren.

"Verrohung der Debattenkultur"

"Hass, Hetze, Aufrufe zu Gewalt, Desinformation: Das alles gehört seit der Übernahme durch Elon Musk in immer größerem Umfang zu den alltäglichen Umgangsformen auf X", beklagten die 47 Organisationen. "Zunehmend bestimmen Extremismus und Demokratiefeindlichkeit die dortigen Debatten. Viele dieser Inhalte werden vom Betreiber ignoriert. Dieser Verrohung der Debattenkultur wollen wir uns entgegenstellen. Wir stehen für einen respektvollen, demokratischen Austausch und wertschätzende Kommunikation. Daher sagen wir #ByeByeElon und stellen unsere Aktivitäten auf der Plattform ein."

/ LAG21NRW
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Die "eXit"-Organisationen werden ihre Konten nicht löschen, sondern stilllegen, da ansonsten die Gefahr bestehe, dass ihre Profile gekapert werden. Einige von ihnen haben ihre X-Accounts bereits in den vergangenen Monaten stillgelegt oder ihre Aktivität dort bewusst heruntergefahren. Ein Wiedereinstieg wäre für die "eXit"-Partner nur dann denkbar, "sollten sich Moderationspraxis und Debattenkultur auf X wieder an demokratischen Regeln ausrichten".

Bereits im letzten Jahr hatten mehrere Menschenrechts- und LGBTI-Organisationen das ehemalige Twitter verlassen und das mit Desinformationskampagnen und verbaler Verrohung begründet – darunter etwa der Bundesverband Trans*, die Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (dgti) und die Deutsche Aidshilfe.

Im Dezember eröffnete die EU-Kommission wegen der Zunahme der Hassbotschaften ein Verfahren gegen X (queer.de berichtete). Aus geleakten X-Unterlagen geht hervor, dass das Unternehmen seine Moderator*innen angewiesen hat, viele Hassbotschaften wie Holocaust-Leugnung oder Homophobie nicht mehr zu löschen (queer.de berichtete). (dk)

Dem Bündnis "eXit" gehören an:

ANU Hessen e.V., Ärzte der Welt, AWO International, B.A.U.M. – Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften, Bergwaldprojekt e.V., Bioland e.V., Bits & Bäume, Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE), Changing Cities e.V., Centre for Planetary Health Policy, Das Hunger Projekt e.V., Demeter e.V., Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. (KLUG), Deutscher Nachhaltigkeitskodex, Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW), Difäm Weltweit, Don Bosco Mondo e.V., ECPAT Deutschland e.V., EIRENE Internationaler Christlicher Friedensdienst e.V., Engineers for Future, Entwicklungspolitisches Netzwerk Sachsen e.V., EuroNatur Stiftung, EWS Elektrizitätswerke Schönau, Farmers for Future, FIAN Deutschland e.V., Gemeinschaftswerk Nachhaltigkeit, German Doctors e.V., Germanwatch e.V., Green Planet Energy, Greifswald Moor Centrum, Help – Hilfe zur Selbsthilfe, IJM Deutschland e.V., Kindernothilfe e.V., Klimadelegation e.V., LAG 21 NRW, Naturland e.V., naturstrom, OroVerde – Die Tropenwaldstiftung, Plant-for-the-Planet Foundation, Rat für Nachhaltige Entwicklung, RENN-Netzwerk, Romero Initiative (CIR), SÜDWIND, terre des hommes Deutschland, urgewald e.V., Weltfriedensdienst e.V.
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