Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?49998

Gerichtsentscheidung

Namibia schafft Homo-Verbot ab

Ein Gericht in Namibia erklärt ein altes Gesetz, das homosexuelle Handlungen untersagt, für verfassungswidrig.


In Namibia ist Homosexualität ab sofort keine Straftat mehr (Bild: Alex Smith / flickr)

  • 21. Juni 2024, 11:21h 2 Min.

Das namibische Obergericht in Windhoek hat am Freitag ein aus der Zeit der südafrikanischen Besatzung stammendes Homo­sexuellenverbot für verfassungswidrig erklärt. Geklagt hatte der namibische Aktivist Friedel Dausab mit Unterstützung der britischen LGBTI-Organisation Human Dignity Trust.

Gegenüber Reuters erklärte Dausab, er sei nach der Entscheidung "einfach nur glücklich". "Das ist ein großartiger Tag für Namibia. Liebe wird keine Straftat mehr sein", fuhr er fort. Der Nachrichtenagentur AFP sagte er: "Wegen dieser Entscheidung muss ich mich nicht länger als Krimineller in meinem eigenen Land fühlen."

/ TheNamibian | Friedel Dausab feiert das Urteil

Namibia hatte das gegen Homo­sexuelle gerichtete Gesetz übernommen, als es 1990 seine Unabhängigkeit von Südafrika erhielt. Es wurde seither zwar nicht mehr angewandt, die LGBTI-Community kritisierte jedoch, dass es queeres Leben im Land noch immer erschwere.

Das Gericht erklärte, dass das Gesetz einen Unterschied zwischen Männern und Frauen sowie zwischen schwulen und heterosexuellen Männern mache. Dies widerspreche dem Gleichbehandlungsgrundsatz der Verfassung. Ferner basiere die Ansicht, dass Homosexualität schlecht sei, auf Vorurteilen und persönlicher Abneigung.

Generalstaatsanwalt Festus Mbandeka hatte im Auftrag der Regierung hingegen das homophobe Gesetz verteidigt. So sei die Gesellschaft nicht bereit, Homosexualität zu legalisieren – dies müsse zudem durch das Parlament geschehen. Mbadeka erklärte außerdem, dass die Verfassung Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung nicht direkt verbiete.

/ ILGAWORLD
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Zwar gilt Namibia schon seit längerem als eines der liberalsten Länder Afrikas in Bezug auf Homosexualität, allerdings gab es auch hier zuletzt viel Gegenwind: Letzten Sommer beschloss das namibische Parlament etwa, dass keine gleichgeschlechtlichen Ehen, die im Ausland geschlossen worden waren, im Land anerkannt würden. Zudem kann für "Werbung" für gleichgeschlechtliche Ehen eine Haftstrafe von bis zu sechs Jahren verhängt werden.

Mit der Legalisierung reduziert sich laut "76Crimes" die Zahl der Staaten, die Homosexualität verbieten, auf 64. Die Zahl der afrikanischen Staaten mit einem derartigen Verbot geht von 31 auf 30 herunter. (dk)

-w-