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Stuttgart

Szeneikone Laura Halding-Hoppenheit wechselt zu den Freien Wählern

Bis letztes Jahr war Laura Halding-Hoppenheit noch in der Linkspartei. Jetzt zieht es die Stuttgarter Szeneikone in bürgerlichere Gefilde. Ihre früheren Mitstreiter*innen sind verschnupft.


In einem halben Jahr sorgte Laura Halding-Hoppenheit nicht nur für Aufregung in ihrer alten Heimat Linkspartei, sondern auch bei der Stuttgarter Liste (Bild: missingFILMs)

  • 21. Juni 2024, 11:59h 3 Min.

Die langjährige Stuttgarter Gemeinderätin Laura Halding-Hoppenheit zieht es laut einem Bericht der "Stuttgarter Zeitung" (Bezahlartikel) zu den Freien Wählern. Das führte zu Unmut in ihrer früheren politischen Heimat, der Stuttgarter Liste, für die sie bei den Kommunalwahlen am 9. Juni als einzige kandidierende Person einen Sitz erstreiten konnte (queer.de berichtete).

Die Stuttgarter Liste bezeichnete die Entscheidung Halding-Hoppenheits als "nicht vermittelbaren Alleingang". Die Liste sei dabei "weder involviert noch informiert" gewesen. Man sei "nicht in Kenntnis gesetzt worden", sagten auch die früheren Grünen Andreas Winter und Marco Rastetter, die mit Halding-Hoppenheit die Liste angeführt hatten, aber kein Mandat gewinnen konnten.

Halding-Hoppenheit: Freie Wähler sind "bürgernah", "kulturaffin" und mögen Autos

Halding-Hoppenheit hatte bereits kurz nach der Wahl der "Stuttgarter Zeitung" ihre Nähe zu den Freien Wählern bekundet: "Die Freien Wähler sind mir tatsächlich sehr sympathisch, die sind bürgernah, kulturaffin und verteufeln das Auto nicht, das würde also gut passen, vielleicht auch mit meiner Vorstellung, im Gesundheits- und Kulturausschuss und im Gleichstellungsbeirat zu wirken." Anlass für den Wechsel war wohl auch, dass Halding-Hoppenheit als einziges Mitglied ihrer Liste keinen Fraktionsstatus erhalten hätte und deshalb an eine andere Fraktion andocken muss, um sich Sitze in den Ausschüssen zu sichern.

Mitglieder der Stuttgarter Liste beklagten, bei dem Alleingang ihrer Gemeinderätin seien "keine erkennbaren inhaltlichen Absprachen ersichtlich, die sich an den Zielen der Stuttgarter Liste orientieren und der Verantwortung gegenüber unseren Wähler*innen beziehungsweise dem Vertrauen unserer Wähler*innen Rechnung tragen würden".

Die in Rumänien geborene Laura Halding-Hoppenheit gilt als eine Institution in der queeren Szene Stuttgarts – sie ist dort vor allem unter ihrem Vornamen bekannt. Zeitweise betrieb sie vier Szenelokale gleichzeitig, etwa den "Lauras Club" und den "Kings Club". In der Presse wird sie seit Jahren als "Mutter der Schwulen" bezeichnet. Für ihr jahrzehntelanges Engagement für die Community sowie für Menschen mit HIV und Aids wurde Halding-Hoppenheit schon mehrfach ausgezeichnet.

Halding-Hoppenheit war 2014 erstmals für die Linkspartei in den Gemeinderat gewählt worden. 2019 schaffte sie die Wiederwahl. Weil ihr ihre Partei für die Wahl 2024 einen aussichtsreichen Listenplatz verwehrte, trat sie aus und ging zur Stuttgarter Liste, für die sie dann erneut ins Stadtparlament eingezogen ist.

Die Freien Wähler in Baden-Württemberg sind ein Dachverband freier Wählergruppen und haben keine direkte Verbindung mit der Partei Freie Wähler, die in Bayern mitregiert – und sich dort vor allem mit Homosexuellenfeindlichkeit einen Namen macht (queer.de berichtete). (dk)

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