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  • 20. Januar 2004, noch kein Kommentar

Seit der Antike sind Knaben Objekte der Begierde und Inbegriff der Schönheit. Mit dem Bildband "Der Knabe" bricht Germaine Greer, bekannt als "Ikone des Feminismus", wieder einmal Tabus: Nicht die Frau, sondern der Knabe, der Jüngling ist das Motiv, mit dem sich die westliche Kunst am leidenschaftlichsten beschäftigt hat. Denn während die Gesellschaft vom Mann Härte gegen sich selbst und die Unterdrückung der Gefühle fordert, faszinieren beim Knaben gerade seine Verletzlichkeit und seine nicht zielgerichtete Erotik.

Mit dem Blick einer Frau legt Germaine Greer das Bild des Knaben, jenes zarten, verwundbaren und doch von Lebenskraft erfüllten Wesens, frei, das Bild des schönen Knaben, das unter einer Flut erotischer Frauenbilder verschüttet worden ist.

Greers umfassende Darstellung ist nicht nur eine Kunstgeschichte. In Kapiteln wie "Was ist ein Knabe?", "Das passive Objekt der Begierde", "Der Knabe als Soldat" und "Der weibliche Blick" verweist die Autorin auf die untrennbare Verflechtung von Kunst, Literatur und Gesellschaft und öffnet auch unseren Blick für eine unverstellte Auseinandersetzung mit ihrem Thema. Das homosexuelle Begehren spielt dabei eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Auch wenn die Autorin diesen Blick selbst wenig reflektiert, dem schwulen Leser entgeht die Homoerotik der Darstellungen nicht.

Germaine Greer wurde am 19.01.1939 in Melbourne geboren. Sie studierte an den Universitäten Melbourne, Sydney und Cambridge und promovierte über Shakespeares frühe Komödien. Die Professorin für Englische Literatur und Komparatistik an der englischen Warwick University lebt seit 1964 in Großbritannien.

Germaine Greer, Der Knabe, 256 Seiten, Format 28 x 21 cm, 200 Abb., davon 150 in Farbe, 39 Euro