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Queeres Radio

lulu.fm stellt Sendebetrieb in Deutschland ein

Zum Ende des Monats verstummt lulu.fm nach fast acht Jahren on Air in Deutschland. Der queere Sender sei "wirtschaftlich nicht mehr haltbar".


Symbolbild: Mikrofone im Aufnahmestudio (Bild: pixabay / pexels)

  • 23. Juni 2024, 08:33h 3 Min.

Von der "Gay Music Station" über den "lesbisch-schwulen Rundfunk" bis zum "queeren Radio": Nach fast acht Jahren on Air stellt lulu.fm den Sendebetrieb in Deutschland zum 30. Juni 2024 ein.

In der letzten Sendewoche, also ab kommenden Montag, werde das Team im Programm noch mal auf acht Jahre lulu.fm zurückblicken und dabei auch ein wenig die Playlist sprengen, teilte der Sender am Freitag in einer Erklärung auf seiner Homepage mit. Am letzten Juni-Wochenende Juni werden sich die Moderator*innen Cathrin, Thorsten und Ben in ihren Shows von den Zuhörenden verabschieden.

Sender ist "wirtschaftlich nicht mehr haltbar"

"Es tut mir sehr leid für die queere Community, für die Menschen in Berlin und Köln, wo wir über Antenne senden, und ganz besonders für das einzigartige lulu.fm-Team, aber das Herzblut-Projekt lulu.fm ist von sich heraus wirtschaftlich nicht mehr haltbar", erklärte Gründer und Geschäftsführer Frank Weiler. "Die Hürden für eine Ausweisung in der für eine Vermarktung extrem wichtigen Reichweitenanalysen sind für Sender wie uns in Deutschland einfach viel zu hoch." Die Methodik sei nicht darauf ausgelegt, kleine Spartensender fair zu erfassen und auszuweisen.

Auf DAB+ gebe es mittlerweile schon zu viel Vielfalt, so Weiler weiter. "Der Erlöskuchen im Radiomarkt wird bekanntermaßen ja auch nicht größer, denn die Mediennutzung ändert sich weiterhin massiv. Da, wo noch terrestrisches Radio gehört wird, im Auto, wird auch bald die SIM-Karte die Antenne ersetzen."

Nach Angaben des Geschäftsführers hat sich der gesellschaftliche Rollback zudem auf die Werbeeinahmen ausgewirkt: "Dass Queerfeindlichkeit wieder zunehmend salonfähig wird, haben wir leider auch in der direkten Vermarktung feststellen müssen", sagte Frank Weiler. "Unternehmen, die sich in der Vergangenheit im queeren Umfeld engagiert und präsentiert haben, halten sich vermehrt vornehm zurück."

In Wien bleibt lulu.fm on Air

Er sein Team hätten "gerne weiter die Regenbogenflagge im Radio hochgehalten und auf unsere Art gegen Queerfeindlichkeit angekämpft", erklärte der lulu.fm-Chef, stattdessen wolle er sich nun bedanken. "Es waren acht abgefahrene Jahre. Unser größter Dank geht aber natürlich an alle Menschen, die uns in den letzten acht Jahren gehört und begleitet haben. Es war schön, dass ihr bei uns wart!"

Erst 2021 war lulu.fm eine bundesweite Rundfunklizenz bis 2031 erteilt worden (queer.de berichtete). Zuletzt war der Sender aber nur noch in Köln und Berlin über UKW und DAB+ zu empfangen. Aus Hamburg, Frankfurt und dem Rhein-Main-Neckar-Gebiet sowie Sachsen hatte er sich bereits wieder zurückgezogen.

Weitermachen will lulu.fm in Österreich, wo im Großraum Wien über DAB+ gesendet wird. Mit dem neuen Claim "Queer. Club. Radio" will sich der Sender sogar aktueller als zuvor präsentieren. Per Webstream wird das Wiener Programm auch in Deutschland weiter verfügbar sein. (cw)

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