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Regenbogenfamilien

Neue Kampagne "Gleiche Rechte für queere Familien"

Mit dem Slogan "Rote Karte für die Stiefkindadoption!" werben Fachkräfte aus dem Bereich Regenbogenfamilien für dringende Reformen.


Die Kampagne will wöchentlich ein Sharepic bei Instagram veröffentlichen

  • 27. Juni 2024, 14:37h 3 Min.

Die BIG vereint haupt- und ehrenamtliche Fachkräfte aus Deutschland und Österreich zum Bereich Regenbogen­familien

Mit der Kampagne "Gleiche Rechte für queere Familien: Rote Karte für die Stiefkindadoption!" macht die Bundesinteressengemeinschaft (BIG) Regenbogen­familien-Fachkräfte auf die nach wie vor bestehende Diskriminierung und Ungleichbehandlung von Regenbogen­familien im Rahmen des Stiefkindadoptionsverfahrens aufmerksam.

Auch sieben Jahre nach Öffnung der Ehe für gleich­geschlechtliche Paare Ende Juni 2017 ist diese Ungleichbehandlung noch nicht beseitigt: Wenn ein lesbisches Ehepaar gemeinsam ein Kind bekommt, muss derzeit die Frau, die das Kind nicht ausgetragen hat, dieses nach der Geburt adoptieren – bei einem Frau-Mann-Ehepaar wird hingegen der Vater automatisch als Elternteil anerkannt, unabhängig davon, ob er das Kind gezeugt hat. Die Stiefkindadoption ist ein langwieriger und teurer Prozess. Sollte die Geburtsmutter vor der Anerkennung sterben, stünde das Kind ohne ein Elternteil da.

Auch im Rahmen des Verfahrens kann es zu Diskriminierung kommen. Die Regenbogen­familienprojekte des LSVD Berlin-Brandenburg haben im Mai und Juni 2024 eine anonyme Online-Umfrage zu Erfahrungen mit der Stiefkindadoption durchgeführt. An der Umfrage haben sich 215 Teilnehmer*­innen aus dem gesamten Bundesgebiet beteiligt.

Berichte über eklatante Diskriminierungen

In der Umfrage sei deutlich geworden, dass lesbische* und queere Familien im Prozess der Stiefkindadoption zum Teil eklatante und erschreckende Diskriminierungserfahrungen machen, sowohl mit dem Jugendamt wie auch mit den für sie zuständigen Gerichten. Mit teilweise paraphrasierten Zitaten aus der Umfrage will die Kampagne auf diese Diskriminierungen aufmerksam machen. Dazu werden ab diesem Donnerstag wöchentlich Bilder mit Zitaten aus der Umfrage im sozialen Netzwerk Instagram veröffentlicht. Dem erste Sharepic zufolge bekam eine Regenbogenfamilie vom Jugendamt beim Besuch gesagt: "Schade, dass das Kind nie eine richtige Familie erleben wird".

Das Bundesjustizministerium unter Marco Buschmann (FDP) hatte im Januar diesen Jahres ein Eckpunktepapier zur Reform des Abstammungsrechts vorgelegt (queer.de berichtete). Darin enthalten sind Vorschläge, wie die gemeinsame Elternschaft bei queeren Familien zukünftig geregelt werden soll. Für Kinder, die in Zwei-Mütter-Familien hineingeboren werden, würde so zukünftig die Stiefkindadoption entfallen. "Trans*, inter* und nicht-binäre Personen wurden dabei leider im Eckpunktepapier nicht berücksichtigt", beklagt die BIG. "Seit Januar 2024 warten queere Familien und Fachverbände darauf, dass aus dem Justizministerium ein Referent*innenentwurf zur Abstammungsrechtsreform kommt."

Dass dies sehr dringend notwendig ist, zeigten die Ergebnisse der aktuellen Umfrage, so die BIG, die haupt- und ehrenamtliche Fachkräfte aus Deutschland und Österreich zum Themenfeld Regenbogenfamilien versammelt. Im Bereich des Abstammungsrechts und der Anpassung der rechtlichen Eltern-Kind-Zuordnung fordert sie: Rechtlicher Elternteil eines Kindes solle die Person werden, die das Kind geboren hat, die zum Zeitpunkt der Geburt mit der gebärenden Person verheiratet ist (oder in einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt) oder die die Elternschaft anerkennt. Die Begriffe "Mutter" und "Vater" sollten dabei nur auf Wunsch der Eltern verwendet werden, ansonsten sollten geschlechtsneutrale Bezeichnungen wie "Elternteil" gelten. Die Änderungen sollten zudem unabhängig davon gelten, ob das Kind mit oder ohne Hilfe einer reproduktionsmedizinischen Einrichtung (Samenbank, Kinderwunschklinik) gezeugt wurde.

Die Webseite der Vereinigung bietet eine Übersicht dieser und weiterer Forderungen sowie weitere Hintergründe zur jetzigen Lage. (pm)

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