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Repräsentative Umfrage
40 Prozent der Deutschen sehen sich als Ally der queeren Community
Nach einer neuen Studie von Queermentor und Appinio wissen zwei von drei Menschen in Deutschland, was queer bedeutet und wofür LGBTQIA* steht. Als Verbündete sehen sich allerdings deutlich weniger.

Symbolbild: "Proud Ally"-Schild bei einer Pride-Demonstration (Bild: IMAGO / Pond5 Images)
- 2. Juli 2024, 04:36h 3 Min.
Die klare Mehrheit der Deutschen (83 %) hat schon einmal vom CSD gehört. Das ist eines der Ergebnisse einer gemeinsamen Studie von Queermentor und dem Marktforschungsunternehmen Appinio zur Pride-Saison 2024. Fokuspunkte waren die queere Community, Allyship und der CSD.
Rund zwei Drittel der Befragten (67 %) geben an zu wissen, was queer bedeutet und wofür LGBTQIA* steht (68 %). Demnach ist Queerness längst ein Teil der Gesellschaft. Die größte Gruppe von denjenigen, die sich als Teil der Community identifizieren, ist zwischen 25 und 34 Jahren alt (28 %). Mehr als jeder fünfte Deutsche (20%) identifiziert sich sogar als Teil der LGBTQIA*-Community, jede zehnte Person (10 %) ist sich unsicher.
Nicht-queere Menschen sehen sich als Verbündete
Weitere Erkenntnisse zeigen, wie sehr Allys ein Teil der Gesellschaft geworden sind. Allys unterstützen die queere Community und setzen sich für ihre Rechte und ihre Stellung in der Gesellschaft ein. Sie spielen eine wichtige Rolle im Kampf gegen Diskriminierung und für Gleichberechtigung. Die Befragten der Studie sehen die Bedeutung von Allies ebenfalls und damit nicht genug: 40 Prozent würden sich als Ally der LGBTQIA* Community bezeichnen, die größte Gruppe machen hier die 25-34-Jährigen aus (45 %). Hierbei ist den Unterstützer*innen wichtig, ihre Zustimmung auch in ihrem Handeln auszudrücken. Am häufigsten werden in diesem Zusammenhang das aktive Eintreten gegen Diskriminierung (62 %), Unterstützung der Freund*innen (61 %), Unterstützung von LGBTQIA*-Rechten in sozialen Medien (47 %) und die Teilnahme an queeren Veranstaltungen (37 %) genannt.
Pavlo Stroblja, Gründer von Queermentor, ist die Sichtbarkeit und Unterstützung der queeren Community mit Hilfe der Studie besonders wichtig. "Allyship ist eine Haltung, die auf ein Diversity-Mindset basiert. Wir sind über den Punkt hinaus, an dem 'tolerant sein' gegenüber der queeren Community ausreichend war", so Stroblja. "Die Haltung und das Verbündete-Dasein müssen jetzt in Taten umgesetzt werden, für mehr Akzeptanz, gegenseitige Wertschätzung und Zusammenhalt."
Ältere kennen den CSD eher als Jüngere
Ein interessantes Ergebnis der Studie ist, dass mehr ältere Befragte angeben, schon einmal vom CSD gehört zu haben (89 % in der Gruppe 55-65 Jahre), als die jüngeren Befragten (73 % in der Gruppe 16-24 Jahre). Trotzdem fühlen sich in der jüngeren Gruppe mehr Personen der LGBTQIA*-Community zugehörig.
Nicht nur die Veranstaltung, sondern auch die Botschaften und ihre Geschichte sind für die befragten Menschen relevant. 65 Prozent derjenigen, die schon einmal vom CSD gehört haben, wissen auch über die Geschichte des CSD Bescheid. Der knappen Mehrheit der Befragten (54 %) ist dabei die politische Botschaft des CSD eher bis sehr wichtig. Knapp ein Viertel (23 %) ist die Botschaft dagegen weder wichtig noch unwichtig. Jede*r Fünfte (22 %) gibt an, dass ihm*ihr die Botschaft (gar) nicht wichtig ist.
Die Studie zeigt nicht nur, wie stark die Wahrnehmung von Queerness und dem CSD bereits in der Gesellschaft verankert ist, sondern auch, wie viele sich als Teil der Community identifizieren und ihre queeren Mitmenschen unterstützen. Dennoch wird anhand der Ergebnisse auch deutlich, dass es noch mehr Anstrengungen braucht, um mehr Sichtbarkeit und Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Minderheiten zu erreichen.
Die Umfrage wurde vom 24. bis 25. Juni 2024 von Appinio durchgeführt. Befragt wurden 1.000 Personen in Deutschland zwischen 16 und 65 Jahren, national repräsentativ für das Alter und Geschlecht der Bevölkerung. (cw/pm)
Links zum Thema:
» Weitere Informationen zur Studie auf der Appinio-Homepage














