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Am Donnerstag im Ersten

ARD wiederholt "Kroatien-Krimi" über Trans­feindlichkeit

Ein junge trans Frau wird tot auf einer Straße entdeckt. Die Verletzungen deuten auf einen Sturz aus großer Höhe hin, doch das Opfer ist schon lange tot. Kommissarin Stascha Novak ermittelt in der Folge "Tod im roten Kleid".


Flashback: Ivan Rukovic (Joachim Nimtz, hinten li.) und Polizist Marko Mikec (Thomas Dehler, hinten re.) reden auf Antonia Djulic (Riccardo Campione, vorne) ein (Bild: ARD Degeto / Constantin TV)
  • 2. Juli 2024, 12:40h 3 Min.

Eine Leiche im Zustand fortgeschrittener Verwesung ist kein schöner Anblick. Im elften Fall der ARD-Reihe "Der Kroatien-Krimi" bekommen die Zuschauer*innen so etwas aber immer wieder zu sehen. Es handelt sich dabei um das erste – aber nicht das letzte – Opfer in der Episode "Tod im roten Kleid".

Der tote Mensch, um den es im Titel geht, ist eine trans Frau. Musste Antonia (Riccardo Campione, "Gladbeck") deshalb sterben? Stascha Novak (Jasmin Gerat, "Einmal Sohn, immer Sohn"), die schlagkräftige Leiterin der Mordkommission Split, und ihr Mitarbeiter Emil Perica (Lenn Kudrjwizki) sind erschüttert. Der Fall aus dem Jahr 2022 läuft am Donnerstag um 20.15 Uhr im Ersten.

Stascha und Emil ermitteln vor malerischer Adria-Kulisse unter den Menschen, zwischen denen Antonia aufgewachsen ist. Die meisten erscheinen extrem religiös, um nicht zu sagen bigott. So wie auch der Onkel des Opfers, Ivan Rudovic (Joachim Nimitz), und der örtliche Polizist Marko Mikec (Thomas Dehler).

Todeszeitpunkt unklar

Erschwert wird die Suche nach dem Täter durch ein Rätsel: Die Leiche ist zwar am Fuß der Steilküste auf einer Straße gefunden worden. Die Obduktion jedoch ergibt, dass die Knochenbrüche keineswegs frisch sind. Der tote Mensch war tiefgefroren gewesen, weshalb sich der Zeitpunkt des Todes nicht bestimmen lässt – er kann Jahre zurückliegen.


Kommissarin Stascha Novak (Jasmin Gerat, li.) und ihr Kollege Emil Perica (Lenn Kudrjawizki) sind am Ort des Geschehens (Bild: ARD Degeto / Constantin TV)

Bald glaubt die Kommissarin, es mit einem transfeindlichen Hassverbrechen zu tun zu haben. "In Rijeka oder in Zagreb – da läuft so was rum", hat selbst ihr Kollege Mikec aus dem Bergdorf abgewiegelt, als sich die Identität des Opfers im roten Kleid herausstellte. Die Großstädterin grollt gegen den ihrer Meinung nach mittelalterlichen Katholizismus der ländlichen Bevölkerung. Kollege Emil, in der Region aufgewachsen, klärt sie darüber auf, dass viele einer speziellen kirchlichen Gruppierung mit dem Namen "Unsere Familie" angehörten. Aber richtig verstandenen christlichen Glauben habe ihm seine eigene Mutter vermittelt. "Wir sind alle Kinder Gottes", sagt der junge Ermittler.

Wohin Intoleranz führen kann

Christoph Darnstädt, geistiger Urheber und Drehbuchautor der beliebten Kroatien-Krimis, hat diesen Fall noch mit etlichen inhaltlichen Wendungen versehen, bei denen sich "Familiäre Bande" als ein weiteres Thema herausschält. Optisch attraktiv und schnittig erzählt Michael Kreindl die mit Popmusik und Balkan-Rhythmen versehene Geschichte mit ihren stimmig besetzten kroatischen und deutschen Darsteller*innen.

Eine Lanze für Vielfalt, Akzeptanz und Nächstenliebe wollen die Filmemacher*innen ganz offensichtlich damit brechen – und machen ihren Standpunkt mehr als deutlich. In den Dialogen wird wiederholt mit der Institution Kirche abgerechnet. Recht heftig sind allerdings die oft wiederholten Bilder der verwesten jungen Antonia, die zeigen, wohin Hass und Intoleranz führen kann. (cw/dpa)

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