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Berlin

SS-Zeichen auf queeres Restaurant gesprüht

Erneut wurde Das Hoven in Neukölln zum Ziel eines Angriffes.


Das Hoven nach der neuerlichen Verwüstung (Bild: privat)

  • 2. Juli 2024, 16:40h 3 Min.

Im Berliner Stadtteil Neukölln sind in der Nacht zum Dienstag die Glas-Eingangstür des Restaurants "Das Hoven" und der Klingelschildbereich des Hauses mit "SS" in schwarzer Farbe besprüht worden. Das machte der Betrieb an der Pflügerstraße in seinem Instagram-Kanal publik.

Gegenüber dem "Tagesspiegel" bestätigte die Polizei den Vorfall, zu dem wie bei vermuteter Hass­kriminalität üblich der Staatsschutz ermittele. Das Café und Restaurant, an Eingangstür und über der Theke mit dem klaren Slogan "Queer and friends", hatte im April sein einjähriges Bestehen gefeiert und war schon mehrfach Angriffen aus den unterschiedlichesten Ecken ausgesetzt gewesen.

Im Februar hatte die "taz" ausführlich über die Angriffe berichtet. Besitzer Danjel Zarte, der auch die Bar Kleine Freiheit nebem dem Restaurant und die Große Freiheit 114 in Friedrichshain betreibt, erzählte damals, er habe schon mehrfach Sprüche wie "Schwuchtel" von der Scheibe und Eier oder Fäkalien aus dem Eingang entfernen müssen. Türschlösser seien schon zugeklebt, die Terasse verwüstet worden, es habe Einbrüche gegeben. Teilweise gehe er von gezielten Anschlägen aus, so der Betreiber nun im "Tagesspiegel": Einmal seien in einer Nacht alle drei Betriebe angegriffen worden.

Gewalt und Solidarität

"Einer meiner Angestellten ist nach seiner Schicht vor der Tür zusammengedroschen und als 'Scheiß Schwuchtel' beschimpft worden", hatte der Betreiber der "taz" im Frühjahr erzählt. Nach dem Bericht hatten Bewohner*innen des Hauses Regenbogenflaggen von ihren Balkonen gehisst. "Ich bin sprachlos und möchte mich von Herzen bei meinen Nachbarinnen die auf den Artikel reagiert haben um uns support zu zeigen bedanken", schrieb Zarte damals bei Instagram.

Im aktuelleren "Tagesspiegel"-Artikel ist inzwischen von zwei Angriffen auf Angestellte die Rede, während Zarte berichtete, bespuckt worden zu sein. Der Schaden der Angriffe gehe in die Tausende: "Dieser Vandalismus könnte mich noch ruinieren." Dem Magazin "Männer" sagte er am Dienstag: "Es wurden schon Mitarbeiter*innen verprügelt, Männer im Rentenalter grölten rum, uns wurden Hakenkreuze an die Türe gemalt und auch Jugendliche mit Migrationshintergrund zeigten schon ihre Ablehnung. Aber ich bleibe hier!"

LSU reagiert

"Es ist an Widerlichkeit nicht zu übertreffen!", reagierten die Lesben und Schwulen in der Union am Dienstag in einer ersten Stellungnahme aus der Politik. "Unsere Solidarität gilt dem Café und Restaurant, Danjel Zarte und seinem gesamten Team", so René Powilleit, Kreisvorsitzender der LSU Charlottenburg-Wilmersdorf. "Gesamtgesellschaftlich müssen wir uns diesem Vandalismus, dieser Hassgewalt und Hasskriminalität vehement entgegenstellen. Wir dürfen den Extremisten keinen Platz in unserer Gesellschaft überlassen und müssen für unsere Menschenrechte einstehen. Gerade angesichts der steigenden Zahlen an LSBTIQ+-feindlichen Übergriffen müssen wir unsere 'Blaulichtfamilie' stärken, mehr in Sicherheit und in ein erhöhtes Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum investieren." Es gelte, hier gemeinsame Lösungen zu finden und diese zielgerichtet umzusetzen. (cw)

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