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Norwegen
Datenschutz: Gericht bestätigt Millionenstrafe gegen Grindr
Die queere Dating-App habe sensible Daten der Nutzer*innen ohne wirksame Zustimmung an etliche Dienste weitergegeben.

Seit 15 Jahren sorgt Grindr für Dates, aber auch Beschwerden über Datenschutz und Sorgen um die Sicherheit der nutzenden Personen
- 3. Juli 2024, 11:01h 2 Min.
Das Bezirksgericht in Oslo hat am Montag eine von der nationalen Datenschutzbehörde Datatilsynet an das US-Unternehmen Grindr verhängte Geldstrafe bestätigt. Die queere Dating-App hatte vor dem Gericht Einspruch gegen das Bußgeld eingelegt. Mit 65 Millionen Kronen (5,675 Millionen Euro) ist es das höchste, das die Behörde je verhängt hatte.
Ursprünglich hatte Datatilsynet die Strafe bereits 2021 ausgesprochen (queer.de berichtete), was im letzten Oktober von ihrer Einspruchsinstanz bestätigt wurde (queer.de berichtete). Auch das jetzige Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Firma kann vor Gericht Einspruch erheben.
Die Behörde hatte entschieden, das soziale Netzwerk habe sich zwischen 2018 und 2020 nicht an die Zustimmungsregeln für die Weiterleitung von persönlichen Daten in der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gehalten, die auch für das Nicht-EU-Mitglied Norwegen gilt. Die Höhe des Bußgeldes orientiere sich an der Schwere des Verstoßes, der Dauer, der Zahl der betroffenen Personen, der Kategorien der betroffenen personenbezogenen Daten, des Schuldgrades und der finanziellen Leistungsfähigkeit.
Die Datenschutzbehörde hatte kritisiert, dass die damalige, bis 2020 eingesetzte Zustimmungslösung von Grindr bei der Registrierung weder freiwillig, noch spezifisch noch mit ausreichenden Informationen ausgestaltet gewesen sei. Zugleich habe es sich um sensible Daten gehandelt, da die Nutzung dieser Dating-App klar mit sexueller Orientierung verknüpft sei. Die Weitergabe diverser Daten wie GPS-Ortsangabe, IP-Adresse, Advertiser-IDs, Alter und Geschlecht an etliche Dienste zum Zwecke zielgerichteter Werbung sei daher nicht auf legaler Basis erfolgt.
Das Verfahren der Behörde ausgelöst hatte eine Beschwerde des norwegischen Verbraucherrats (Forbrukerrådet). Dieser hatte 2020 in einem Bericht mit dem Titel "Out of control" ("Außer Kontrolle") ausführlich dargelegt, wie Grindr automatisch Daten mit etlichen Partnern und deren Partnern teilte (queer.de berichtete). (cw)














