Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?50141

"Lust"-Studie

San Francisco ist die sexuell freizügigste Stadt der Welt

In die Top Ten einer Auswertung des Magazins "Lust" schafften es auch mehrere deutsche Städte.


Nach Köln im letzten Jahr führt San Francisco die weitweite Liste an (Bild: SF Travel)

  • 4. Juli 2024, 15:59h 3 Min.

Das Online-Magazin "Lust" hat eine Studie über die sexpositivsten Städte auf der Welt veröffentlicht. Auch Jahrzehnte nach der sexuellen Revoulution gebe es noch große Unterschiede zwischen den Metropolen, so das Magazin.

Weltweiter Spitzenreiter ist demnach San Francisco, gefolgt von Amsterdam und Köln. Mit Berlin (Platz sieben) und Hamburg (Platz zehn) finden sich zwei weitere Städte in den Top Ten. Die weiteren Plätze: Lissabon auf der Vier gefolgt von Vancouver und Barcelona. Wien schaffte den achten Platz, gefolgt von Paris. Alle Ergebnisse und pro Stadt anklickbare Details finden sich auf der Webseite zur Studie.


Auf der Webseite lassen sich auch die Ergebnisse der Vorjahre vergleichen

Für die Auswertung wurde die Anzahl an Sexshops, queeren Bars und Pride- und größeren Szeneveranstaltungen ebenso abgefragt wie etwa die Anzahl von Sexarbeitsorganisationen. Auch in der Regel nationale Regelungen zu Antidiskriminierung, Abtreibung oder zur Möglichkeit der Anpassung des Geschlechtseintrags (das Magazin verwendet veraltete Begriffe) wurden unter anderem in dem Ranking berücksichtigt. Eine 2022 veröffentlichte Studie des Magazins allein zu deutschen Städten hatte unter anderem auch die Anzahl von Bordellen und Swingerclubs oder die Verfügbarkeit der PrEP gemessen (queer.de berichtete).

Viele Metropolen fehlen

Die neue Liste umfasst 27 Metropolen. Während laut der Beschreibung auch Städte etwa aus China, Südkorea oder Thailand ausgewertet wurden, fehlen diese in der Auflistung. Die Auswertung, in manchen Bereichen inklusive der Vorauswahl etwa anhand von Portalen wie Patroc und Wikipedia erstellt, erscheint etwas holzschnittartig, gibt aber letztlich einen ersten Überblick. Die Einzeltexte zu Städten wie Budapest ("offene und inklusive Einstellung zu Sexualität und Körperlichkeit") oder Miami ("ausgelassenes Lebensgefühl") lassen allerdings ein Gespür für aktuelle queerfeindliche Politik und Bedrohung der Liberalität vermissen.

Dabei wurde die Studie so begründet: "Sexuelle Freizügigkeit, auch Sexpositivität genannt, ist ein Faktor, in dem der Entwicklungszustand vieler gesellschaftlicher Teilbereiche zusammenfällt", schreibt das Magazin. "Denn es sagt viel über eine Gesellschaft im Allgemeinen aus, wenn in ihr Minderheiten wie die LGBTQI-Community oder auch Frauen an sich in ihren Entfaltungsmöglichkeiten eingeschränkt werden. Solche Einschränkungen können sowohl mit sogenannten traditionellen Werten, also auch durch politische Argumentationen begründet werden. Wie die feministischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts gezeigt haben, ist die Emanzipation von Geschlechtern oder Minderheiten immer auch mit der Akzeptanz sexueller Freizügigkeit verbunden."

Online kann die Liste auch mit den Ergebnissen aus 2023 und 2021 verglichen werden. Köln hatte die weltweite Liste im Vorjahr noch angeführt (queer.de berichtete) und davor auf Platz zwei gelegen. Bei dem Vergleich deutscher Städte im letzten Jahr hatte die Domstadt Platz eins belegt, gefolgt von Mannheim und Freiburg. Berlin landete erst auf dem achten Platz. (cw)

-w-