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Spanien
Barcelona will homophobe Souvenirs verbieten – und Penisse
"Anstößige" Souvenirs schädigten das Bild der Stadt vor Ort und im Ausland, beklagt der Stadtrat.

In Barcelona angebotene Penis-Magnete in hetero-sexistischer Version (Bild: Imago)
- 5. Juli 2024, 18:00h 2 Min.
Stadträte in Barcelona haben Ende Juni einen Beschluss gefasst, wonach die Stadt Regularien erlassen solle, um den Verkauf "anstößiger" Souvenirs zu verbieten. Der Antrag der Partei Esquerra sieht vor, sexistische und homophobe T-Shirts sowie Penisutensilien zu verbieten, die das Image der Stadt schädigten.
Stadtrat Jordi Coronas beschwerte sich, bei einem Spaziergang durch Ciutat Vella, also den Altstadt-Bezirk, diverse Shirts mit sexistischen und homophoben Botschaften oder Penisse mit der Aufschrift "Barcelona" gesehen zu haben.
Coronas erklärte, dass die neue Regelung darauf abziele, diese "schlüpfrigen und geschmacklosen Botschaften zu verbieten, die das Image Barcelonas als Touristenziel beeinträchtigen". Schließlich würden entsprechende Souvenire nicht nur in der Innenstadt sichtbar, sondern dann auf der Welt verbreitet.
In Medienberichten wurde nicht klar, auf welche homophoben Botschaften sich Coronas bezog. Ein in sozialen Netzwerken verbreitetes Bild zeigt ein offenbar in einem Souvenirshop angebotenes T-Shirt mit dem mutmaßlich lächerlich machend gemeinten Aufdruck "My friend is gay" mit einem Pfeil, umrundet von Shirts mit "I love Barcelona" oder "I love Milfs" und ähnlichen Angeboten. Penis-Souvenirs wurden etliche gefunden, darunter welche mit dem Namen der Stadt und diversen leichtbekleideten Frauenfiguren darauf.
Bereits jetzt gelten für die zahlreichen Souvenir-Shops in Barcelona einige Einschränkungen in bestimmten Gegenden, etwa rund um die Sagrada Família, die auch als eine Antwort auf die zunehmende Kritik am Massentourismus durch Einheimische zu sehen sind. Der stellvertretende Wirtschafts-Bürgermeister Jordi Vall betonte, dass man die Vorlage aus dem Stadtrat prüfen und Regularien ändern wolle, gab aber zu bedenken: "Es ist schwierig, Vorschriften zu erlassen, da die Frage, was als geschmacklos gilt, sehr subjektiv ist."
Unklar blieb, ob das Verbot auch gastronomische Angebote betreffen könnte. So gibt es in Barcelona einen populären Verkaufstand für Waffeln am Stiel, die in Penisform mit Eis-Topping angeboten werden. Entsprechend sind auf der Promenade La Rambla häufiger Menschen beim Schlecken an einem Penis zu sehen – vor allem weibliche. (cw)














