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TV-Gremium
ZDF-Fernsehrat: Felizia Möhle folgt auf Luca Renner
Letzte Woche nahm der Fernsehrat in neuer Besetzung die Arbeit auf. Die queere Community wird nun von von Felizia Möhle vom Verein QueerWeg aus Thüringen vertreten.

Felizia Möhle mit dem obligatorischen Bild mit Mainzelmännchen (Bild: privat / instagram)
- 8. Juli 2024, 11:46h 3 Min.
Die Interessen queerer Menschen im Programm des ZDF werden künftig von Felizia Möhle vertreten: Ende letzte Woche nahm der Fernsehrat in seiner 17. Amtsperiode die Arbeit für die nächsten vier Jahre auf. Der vom Freistaat Thüringen bestimmte Sitz für den Bereich "LSBTTIQ (Lesbische, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle, Transgender, Intersexuelle und Queere Menschen)" war in den letzten beiden Perioden mit Luca Renner vom Landesverband des LSVD besetzt. Ihr folgt Möhle als Vertreterin des Vorstands des Vereins QueerWeg aus Thüringen.
"Als jüngstes Mitglied im Rat möchte ich insbesondere auf die Bedürfnisse junger Menschen schauen und die öffentlich-rechtlichen gegenüber den zunehmenden Einfluss von Desinformation und Fake News im Netz stärken!", schrieb Möhle am Wochenende bei Instagram. "Ich bin sehr dankbar, die nächsten vier Jahre meine Expertise in die Programmgestaltung des ZDF im Ausschuss Programmdirektion mitgeben zu dürfen".
Möhle studiert Staatswissenschaften an der Uni Erfurt und ist im Queeren Zentrum Erfurt tätig, eine von mehreren Einrichtungen des in Jena ansässigen Vereins QueerWeg. In der Wahlheimat Erfurt kandidierte die trans Frau vor wenigen Wochen auf einem nicht erfolgreichen Platz für die Linke bei der Stadtratswahl – auf den Wahlzetteln war auch ihr abgelegter Name vermerkt. In einem MDR-Interview hatte Möhle kürzlich von der Wichtigkeit des Selbstbestimmungsgesetzes gesprochen, dessen Verfahren zur vereinfachten rechtlichen Anerkennung von Geschlecht und Namen sie nutzen wolle. Die bisherige Regelung sei "kein qualifiziertes Verfahren" und für sie persönlich auch zu teuer gewesen.
Posten wird vom Landtag gewählt
Dem Fernsehrat, der unter anderem Richtlinien aufstellt, die Intendanz bestimmt und diese zum Programm berät, gehören 60 Mitglieder an, wovon 18 von den Ländern und dem Bund als ihre Vertreter gestellt werden. Die übrigen Plätze werden aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen rekrutiert, etwa Vertreter*innen von Kirchen, Gewerkschaften, Naturschutzverbänden oder aus dem Sport. Die Ernennung liegt in manchen Bereichen bei jeweils einem Bundesland. Nachdem queere Personen bei der vom Bundesverfassungsgericht erzwungenen Reform für weniger Politiknähe 2015 zunächst unberücksichtigt blieben (queer.de berichtete), hatte Thüringen entschieden, künftig die entsprechende Vertretung zu stellen (queer.de berichtete).
In der Praxis bittet das Landtagspräsidium um Bewerbungen queerer Organisationen. So wurde 2016 erstmals der LSVD Thüringen bestimmt (queer.de berichtete) und 2020 bestätigt (queer.de berichtete). In diesem Jahr gab es die eine Bewerbung des Vereins Vielfalt Leben – QueerWeg Verein für Thüringen. Am 14. März wurde die Auswahl des Vereins mit 47 Ja- zu 28 Neinstimmen bei vier Enthaltungen im Landtag bestätigt.
ZDF bildet mehr Vielfalt ab
"Danke an meine Vorgänger*in @luca__renner für deinen starken Einsatz in den letzten 8 Jahren!", schrieb Möhle am Wochenende in ihrem Instagram-Eintrag in Richtung Luca Renner. Das frühere Fernsehratsmitglied schrieb am Wochenende, die Jahre in dem Gremium hätten nun "mit viel Dankbarkeit und freiwillig ein Ende gefunden": "Es hat sich mit Blick auf queere Themen massiv etwas verändert. Darauf bin ich sehr stolz."
/ LucaRennerLeftiDas wars! Ich bin raus. 8 Jahre @ZDFfernsehrat haben heute mit viel Dankbarkeit und freiwillig ein Ende gefunden. Es hat sich mit Blick auf queere Themen massiv etwas verändert. Darauf bin ich sehr stolz. Danke an alle Beteiligten #ZDF #queer #LGBTIQ #ÖRR pic.twitter.com/PP4mwwHVqz
Luca Renner (@LucaRennerLefti) July 5, 2024
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Das nichtbinäre Vorstandsmitglied von Die Linke queer, Anfang 2023 aus der Partei wegen Sahra Wagenknecht ausgetreten (queer.de berichtete) und ebenfalls Studiengang Staatswissenschaften an der Uni Erfurt, hatte in Interviews wie 2022 gegenüber dem MDR immer wieder die Wichtigkeit betont, Vielfalt im Programm abzubilden und damit auch Vorbilder zu schaffen. Im gleichen Jahr betonte Renner im Tagesspiegel, im ZDF habe es in dem Bereich in den letzten Jahren "immense Änderungen" gegeben: "Queere Themen werden in den Nachrichten auch jenseits des CSD aufgegriffen, im Sport werden sie etwa miterzählt, ohne dass es zu etwas Besonderem gemacht wird. Im Filmbereich spielt das immer öfter eine Rolle." (cw)
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