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Deutschland- statt Regenbogenfahne
Würzburg: Polizei fasst queerfeindlichen Sprayer
Zum zweiten Mal binnen zwei Wochen wurde ein Regenbogen-Zebrastreifen mit schwarzer, roter und goldener Farbe übermalt. Dieses Mal erwischte die Polizei allerdings den mutmaßlichen Täter.

Die Polizei ermittelt gegen einen 22-Jährigen, der die Tat begangen haben soll (Bild: cocoparisienne / pixabay)
- 15. Juli 2024, 15:03h 2 Min.
In Würzburg ist in der Nacht von Donnerstag auf Freitag erneut ein Regenbogen-Zebrastreifen in der Nähe der Würzburger Residenz in den Farben der Deutschlandflagge übermalt worden. Bereits vor zwei Wochen war der Zebrastreifen in Schwarz-Rot-Gold gefärbt worden – und das nur wenige Tage vor dem CSD (queer.de berichtete).
Der Regenbogen vor der Residenz in #Würzburg wurde erneut mit Deutschland-Farben beschmiert. Diesmal konnte ein Tatverdächtiger von der Polizei ermittelt werden. Das ist dazu bekannt. (MP+)
Posted by Main-Post on Friday, July 12, 2024
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Anders als letztes Mal konnte die Polizei bei der neuen Tat den mutmaßlichen Übeltäter ermitteln: "Bei uns hat sich eine Person gemeldet, die den Vorfall beobachtet hat", erklärte eine Polizeisprecherin gegenüber der "Main-Post" (Bezahlartikel). Dabei soll es sich um einen 22-Jährigen handeln, dem nun eine Anzeige wegen Sachbeschädigung drohe. Er sei mit zwei weiteren Männern zunächst geflüchtet, konnte dann aber gestellt werden, so die Polizei. Der Schaden wird auf 500 Euro beziffert.
Stadtrat: Tat kann nicht mit Fußball-EM erklärt werden
Laut Grünen-Stadtrat Konstantin Mack könne die erneute Sachbeschädigung nicht mehr mit der Fußball-Europameisterschaft erklärt werden, bei der Deutschland zum Tatzeitpunkt längst ausgeschieden war. "Ich habe schon den Erklärungsversuch vor zwei Wochen, dass das etwas mit der Fußball-EM zu tun hat, nicht geteilt", sagte er. Die neuerliche Tat zeige, dass es Menschen in Würzburg gebe, die nicht akzeptieren könnten, dass sich die Stadt zu Weltoffenheit bekennt. "Vielleicht ist es auch ein Versuch zu zeigen: 'Wir kommen wieder.' Das finde ich extrem problematisch", so Mack. Die neuerliche Tat zeige, dass die Hemmschwelle bei queerfeindlichen Personen gesunken sei.
Die Stadt Würzburg hatte den Regenbogen-Zebrastreifen 2021 an der Residenz installiert – einen weiteren gibt es am Kürschnerhof. Beide Symbole sind bereits mehrfach Opfer von Vandalismus geworden. Letztes Jahr beschädigten Unbekannte außerdem eine Progress-Regenbogenfahne, die vor dem Würzburger Rathaus gehisst worden war (queer.de berichtete). (cw)












