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Ein Linkenpolitiker tweetet

"Normalität bitte": Dietmar Bartsch von Schumachers Coming-out genervt

Auch beim Coming-out von Ralf Schumacher gab es wieder einmal abschätzige Kommentare. Dieses Mal reihte sich auch der frühere Linken-Fraktionschef in die Reihe der Genervten ein. Inzwischen tut ihm das leid.


Dietmar Bartsch hat einen Wut-Tweet geschrieben, weil er während der Fußball-EM mit einem Coming-out konfrontiert wurde – inzwischen tut ihm das leid (Bild: DIE LINKE / flickr)
  • 16. Juli 2024, 08:15h 3 Min.

Linken-Politiker Dietmar Bartsch hat das Coming-out von Ex-Autorennfahrer Ralf Schumacher vom Sonntag kritisiert. In einem inzwischen gelöschten Posting auf X (vormals Twitter) empörte sich der 66-Jährige über den Zeitpunkt des Coming-outs: "Warum am Tag des EM-Endspiels, des Wimbledon-Finals?", fragt Bartsch. "Normalität bitte, nicht 'zelebrieren'".

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Gegenüber dem "Tagesspiegel" räumte Bartsch später ein, sein Tweet sei falsch gewesen. Deshalb habe er ihn gelöscht. "Jede und jeder kann sich, wann immer er oder sie will, outen", so Bartsch jetzt. Er wollte allerdings nicht verraten, was ihn dazu veranlasst hatte, von Schumacher "Normalität" zu verlangen. Der getrennt von seiner Ehefrau lebende Linkenpolitiker erklärte lediglich: "Ich sollte nicht direkt nach einem Endspiel der Fußball-EM twittern."

Der Tweet hatte für einige Irritationen gesorgt. Laut "Tagesspiegel" hätten sogar langjährige Parteifreund*innen die Echtheit des Eintrags angezweifelt, weil sich Bartsch normalerweise nicht auf diese plumpe Art äußere.

Bartsch entschuldigt sich

Inzwischen hat sich Bartsch auf X für seinen Tweet entschuldigt. Am Dienstagvormittag schrieb er: "Ein Coming-out ist ein mutiger Schritt, gerade für prominente Personen. Es gilt deswegen nicht als 'normal', weil in unseren Köpfen Vorurteile stecken, auch in meinem. Es ärgert mich umso mehr, weil ich seit Jahrzehnten parlamentarische Initiativen für die Gleichstellung und Emanzipation queerer Menschen aktiv unterstützt habe." Er habe das Posting gelöscht, weil er seinen Fehler erkannt habe. Dann sei der Tweet allerdings schon in der Welt gewesen. "Ich bitte Ralf Schumacher, seinen Partner und alle anderen queeren Menschen um Entschuldigung."

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Bartsch war über acht Jahre lang Co-Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion – bis zu deren Auflösung im Dezember 2023. Lange Zeit arbeitete er mit der Co-Vorsitzenden Sahra Wagenknecht zusammen, die mit ihrer neuen Partei BSW inzwischen offen auf Queerfeindlichkeit setzt (queer.de berichtete).

Auch Manuel Gräfe hat Problem mit Zeitpunkt des Coming-outs

Auch wenn Schumacher für sein Coming-out weitestgehend Lob erhielt, gab es neben Bartsch auch weitere negative Stimmen, etwa vom prominenten Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe: "Jahre zu spät und vorher unter falschen Voraussetzungen geheiratet", ätzte der 50-Jährige auf X. "Ehrlichkeit von Anfang an wäre der richtige und aufrichtige Weg."

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Daraufhin erntete er viele Kritik. Ein Nutzer schrieb etwa: "Stell dir mal vor, du struggelst dein ganzes Leben mit deiner Sexualität, deinem wahren Ich, das auch noch als eine in der Öffentlichkeit stehenden Person. Du traust dich endlich zu sagen, was Sache ist. Dann kommt fucking Manuel Gräfe und sagt 'Warum erst jetzt'." Gräfe versuchte, seine Ausführungen zu erklären – er habe kein Problem mit dem Coming-out, sondern lediglich dem Zeitpunkt ("früh+ehrlich..wäre besser"). Schließlich löschte er die meisten seiner Kommentare. (cw)

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