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SpaceX und X verlassen Kalifornien
Aus Queerfeindlichkeit: Elon Musk kündigt Umzug seiner Unternehmen nach Texas an
Elon Musk ist immer mehr zu einer Leitfigur der amerikanischen Rechten geworden. Jetzt lässt er zwei weitere Firmen aus dem liberalen Kalifornien nach Texas wegziehen.

X ist künftig kein kalifornisches Unternehmen mehr, sondern wird im queerfeindlichen Texas beheimatet sein (Bild: IMAGO / SOPA Images)
- 17. Juli 2024, 07:45h 3 Min.
Milliardär Elon Musk hat wegen eines Gesetzes zum Schutz transgeschlechtlicher Menschen im US-Bundesstaat Kalifornien den Umzug seines Unternehmens SpaceX nach Texas angekündigt. Das sei der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringe, schrieb Musk am Dienstag im Onlinedienst X (früher Twitter). "Wegen dieses Gesetzes und den vielen davor, die Familien und Unternehmen angreifen", werde die SpaceX-Zentrale von Hawthorne nach Starbase umziehen, fügte er hinzu.
/ elonmuskThis is the final straw.
Elon Musk (@elonmusk) July 16, 2024
Because of this law and the many others that preceded it, attacking both families and companies, SpaceX will now move its HQ from Hawthorne, California, to Starbase, Texas. https://t.co/cpWUDgBWFe
Das Gesetz verbietet es Schulen in Kalifornien, Lehrer*innen dazu zu zwingen, Eltern über die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität von Schüler*innen zu informieren. Dafür ist nun die Zustimmung der Kinder erforderlich. Der demokratische Gouverneur Gavin Newsom hatte das Gesetz am Montag unterzeichnet. LGBTI-Organisationen begrüßten das Gesetz, da Zwangsoutings von Kindern oder Jugendlichen meist negative Auswirkungen haben.
/ RainbowYouthUSAGov. Gavin Newsom signed the SAFETY Act today – a bill that prohibits the forced outing of transgender and gay students, making California the first state to explicitly prohibit school districts from doing so. pic.twitter.com/78RYs88vkk
Rainbow Youth Project USA (@RainbowYouthUSA) July 15, 2024
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Musk kündigte zudem an, die Zentrale seines Onlinedienstes X von San Francisco nach Austin in Texas zu verlegen. Die Zentrale des Autobauers Tesla hatte Musk bereits von Palo Alto im Silicon Valley nach Austin verlegt.
Musk hat sich von trans Tochter entfremdet
Der Milliardär, der die amerikanische, kanadische und südafrikanische Staatsbürgerschaft besitzt, hat in der Vergangenheit seiner tiefen Abneigung gegenüber der Verwendung bevorzugter Pronomen Ausdruck verliehen und diese Praxis als Teil einer angeblichen "woken" Agenda bezeichnet, die gefährlich für die Gesellschaft sei. Hintergrund seiner Abneigung ist wohl, dass sich seine Tochter als trans geoutet und sich von ihm losgesagt hatte. Musk soll etwa laut einer Biografie gesagt haben, sie sei von einem "woken, kommunistischen Virus" befallen (queer.de berichtete).
Texas ist für seine queerfeindliche Politik berüchtigt. So bezeichnen die dort regierenden Republikaner Homosexualität in ihrem Parteiprogramm als "abnormale Lebensweise", zudem fliehen wegen der repressiven Politik trans Minderjährige aus dem Staat. Zuletzt brachte Gouverneur Greg Abbott ein Berufsverbot für trans Lehrer*innen in die Diskussion ein (queer.de berichtete).
/ GregAbbott_TX | Gouverneur Greg Abbott begrüßte den Umzug von X – natürlich auf XX marks the spot.
Greg Abbott (@GregAbbott_TX) July 17, 2024
teXas is the HQ for business. https://t.co/29JsY0l06j
Auch bei anderen Themen haderte Musk mit den regierenden Demokraten: Er war unter anderem unzufrieden mit den Lockdowns zu Beginn der Corona-Pandemie, die auch die Produktion in Teslas Stammwerk im kalifornischen Fremont zeitweise lahmlegten. Musk beschimpfte die Einschränkungen, die die Menschen vor Ansteckung schützen sollten, als "faschistisch".
Musk hatte erst kürzlich offiziell seine Unterstützung für Ex-Präsident Donald Trumps erneute Präsidentschaftskandidatur verkündet. In diesem Zusammenhang kündigte der Unternehmer auch massive finanzielle Spenden für den Wahlkampf des Kandidaten der Republikaner an.
Musk gilt als reichster Mann der Welt und verfügt über ein Gesamtvermögen von rund 250 Milliarden Dollar (rund 229 Milliarden Euro). In den vergangenen Monaten hat er sich zunehmend mit Trump angefreundet. Die beiden hatten sich im März bei einer Veranstaltung in Florida getroffen. (dk/AFP/dpa)














