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Formel 1

Hamilton lobt Coming-out von Schumacher, fordert aber mehr

Dem Rekordweltmeister reicht die Öffnung der Formel 1 noch lange nicht. Das macht er dort deutlich, wo der Kampf um Diversität zusammen mit Sebastian Vettel richtig begann – mit einem Seitenhieb auf Ralf Schumacher.


Lewis Hamilton trug aus Protest gegen Homophobie 2022 beim Formel-1-Rennen in Katar einen Regenbogenhelm (Bild: IMAGO / Laci Perenyi)

Lewis Hamilton hat Ralf Schumachers Schritt, seine Homosexualität öffentlich zu machen, als "positive Botschaft" für die Formel 1 bezeichnet. Der für seinen Kampf um Gleichberechtigung und Diversität bekannte Rekordweltmeister mahnte laut dpa in Budapest aber auch an, dass die Motorsport-Königskasse noch viel mehr tun müsse.

"Es ist eine Sache, zu sagen, der Sport sei inklusiv und eine andere, wirklich dafür zu sorgen, dass wir uns alle sicher fühlen in dieser Umgebung, so wie wir sind", sagte Hamilton, der am Sonntag beim Großen Preis von Budapest als einer der Mitfavoriten gehandelt wird. Dass Schumacher sich erst am vergangenen Sonntag geoutet hatte, deute darauf hin, dass er sich wohl in seiner aktiven Laufbahn nicht sicher gefühlt habe. Die Formel 1 sei ein Raum, der von Männern dominiert werde. "Wir können zu 100 Prozent mehr machen."

Ralf Schumacher hatte sich in einem Instagram-Posting Arm in Arm mit einem Mann gezeigt (queer.de berichtete). Das Schönste im Leben sei, wenn man den richtigen Partner an seiner Seite habe, mit dem man alles teilen könne, hatte der 49 Jahre alte Bruder von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher dazu geschrieben.

Unter den aktuellen Formel-1-Fahrern, von denen Hamilton und auch Fernando Alonso noch gegen Ralf Schumacher fuhren, fielen die Reaktionen durchweg positiv aus. "Totale Unterstützung von mir und ich bin sicher, auch von der gesamten Formel-1-Gemeinde", sagte der zweimalige Weltmeister Alonso aus Spanien (queer.de berichtete).

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2021 protestierte Hamilton gegen Homophobie – Schumacher war nicht begeistert

Es liege aber noch ein langer Weg vor der Formel 1, betonte Hamilton. Rund um das Thema Diversität gibt es auf dem Hungaroring eine Vorgeschichte. 2021 protestierten dort Hamilton und der deutsche viermalige Weltmeister Sebastian Vettel gegen die queerfeindliche Politik der Regierung von Viktor Orbán (queer.de berichtete). Hintergrund ist ein vom ungarischen Parlament beschlossenes Gesetz, das nach russischem Vorbild Homo- und Trans-"Propaganda" gegenüber Minderjährigen verbietet.

Es sei inakzeptabel, feige und irreführend von den Machthabern, ein solches Gesetz vorzuschlagen, hatte damals Hamilton unter anderem betont. Heute erklärte er: "Alles fing an, als Seb (Vettel, Red.) und ich hier in der Startaufstellung standen und dagegen gekämpft haben, was die Regierung hier tut", so Hamilton. "Ralf fand damals, es sei keine gute Idee, das zu tun. Vielleicht hat er seine Meinung nun geändert." Sport und Politik dürften nicht vermischt werden.

Laut dem Sender Sport1 antwortete Schumacher auf die Aktion damals mit den Worten: "Seine Werte sind sehr wichtig, und er kann sie auf Instagram und in anderen sozialen Netzwerken vertreten." Allerdings stelle er sich die Frage, warum Hamilton "das immer in einem Mercedes-Anzug und auf den Rennstrecken tun muss".

Auch in anderen Ländern setzte Hamilton Zeichen gegen LGBTI-Diskriminierung, etwa in Katar oder den USA. (dpa/dk)

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