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Absage

Wegner wird CSD Berlin nicht eröffnen

Anders als im Vorjahr wird der CDU-Bürgermeister keine Eröffnungsrede beim CSD halten – über die Hintergründe kursieren zwei Versionen.


Kai Wegner wird doch nicht den CSD Berlin eröffnen – entweder, weil er es nicht will oder weil er es nicht darf. (Bild: Sandro Halank)

  • 19. Juli 2024, 06:46h 2 Min.

Kai Wegner, der Regierende Bürgermeister von Berlin, wird die CSD-Parade am 27. Juli in diesem Jahr nicht eröffnen. Das bestätigten laut "Tagesspiegel" sowohl die Staatskanzlei als auch der CSD-Verein am Donnerstagabend. Zuvor habe es am Nachmittag ein Gespräch zwischen Wegner und den Pride-Organisator*innen im Roten Rathaus gegeben. Der CSD wurde in den letzten Jahren traditionell vom Regierenden Bürgermeister oder der Regierenden Bürgermeisterin eröffnet.

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Zwei Versionen für Absage

CSD-Vorstandsmitglied Marcel Voges erklärte, Wegner habe mitgeteilt, dass er keine Eröffnungsrede mehr halten wolle. Der CSD-Verein habe sich zudem "unter diesen Rahmenbedingungen keine Eröffnungsrede von Wegner vorstellen können". Schließlich habe Wegner "uns nicht glaubhaft darstellen können, dass es entscheidende Fortschritte bezüglich unserer Forderungen gibt".

Anders war die Darstellung aus Wegners Staatskanzlei: Sie behauptete, der CSD-Verein habe den Bürgermeister bei dem Treffen gebeten, den CSD zu eröffnen. Dieser habe aber abgelehnt, weil die queeren Aktivist*innen versucht hätten, Druck auf ihn auszuüben.

Wegners Versprechen aus dem letzten Jahr

Im letzten Jahr hatte Wegner bei der Eröffnung des CSD versprochen, sich für den Schutz von queeren Menschen im Grundgesetz einzusetzen (queer.de berichtete). Ein entsprechender Entwurf liegt aber bis heute nicht öffentlich vor, obwohl er laut "Tagesspiegel" bereits verfasst worden sei (queer.de berichtete). Der CSD-Verein hatte gedroht, den Bürgermeister nicht mehr als Eröffnungsredner zu akzeptieren, sollte er nicht endlich sein Versprechen einlösen (queer.de berichtete). Das führte zu teils scharfen Reaktionen aus den Regierungsparteien. Der Queerbeauftragte Alfonso Pantisano (SPD) warf dem CSD-Verein etwa "Erpressung" vor (queer.de berichtete).

Wegner wird wohl trotz der Absage seiner Eröffnungsrede am CSD teilnehmen. Das hatte eine Sprecherin der Staatskanzlei bereits vor dem Gespräch im Roten Rathaus mit den CSD-Aktivist*innen mitgeteilt (queer.de berichtete). (dk)

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