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ColognePride
Mehr als eine Million Menschen bei CSD-Demo in Köln
Die CSD-Demonstration sprengte dieses Jahr erneut die Rekorde. Insgesamt verlief der ColognePride friedlich, am Rande versuchten Rechtsextreme, das Event zu stören.

Politprominenz führte den CSD Köln an (v.l.n.r.) Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD), Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne), Queerbeauftragter Sven Lehmann (Grüne), Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos), NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes (CDU) und neben ihnen auch Philipp Türoff, der Geschäftsführer des Fußballvereins 1. FC Köln (Bild: IMAGO / Horst Galuschka)
- 22. Juli 2024, 08:44h 4 Min.
In Köln haben am Sonntag wieder hunderttausende Menschen unter dem Motto "Für Menschenrechte. Viele. Gemeinsam. Stark" den ColognePride gefeiert. Nach Angaben eines Sprechers des CSD-Vereins lag die Gesamtzahl der Teilnehmenden und Zuschauer*innen ähnlich wie schon im Vorjahr bei 1,4 Millionen. 250 Gruppen, darunter 90 mit Festwagen und insgesamt 65.000 Teilnehmenden beteiligten sich demnach an der Demonstration durch die Kölner Innenstadt – damit wurde der Rekord vom letzten Jahr noch übertroffen. Laut Polizei sicherten mehrere hunderte Einsatzkräfte den CSD.
Wie in den vergangenen Jahren nahmen auch wieder Politiker*innen an dem Kölner CSD teil, so der aus der Nähe von Köln stammende Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Es sei "auch eine Demonstration für die Menschenrechte", schrieb er im Kurzbotschaftendienst X. Die sei "die tolerante Mehrheit".
/ Karl_LauterbachDie #ColognePride geht los. Das ist auch eine Demonstration für die Menschenrechte. Die bestürzende Zunahme der Übergriffe gegen die Queer Community in muss uns wachrütteln. Heute ist ein guter Tag auch gegen die #NoAfD und andere Feinde der Demokratie zu demonstrieren. pic.twitter.com/fjFI4gyI9z
Prof. Karl Lauterbach (@Karl_Lauterbach) July 21, 2024
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Auch Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) war anwesend und sagte: "Wir merken, im Moment gibt es Faschisten und Nazis, die ein Rollback wollen." Sie wollten die Rechte und Freiheiten der queeren Community wieder abbauen. Dem müsse man sich entschlossen entgegenstellen, so Bas. Der Queer-Beauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann (Grüne), forderte bei der Demo eine Aufnahme der sexuellen Identität in Artikel 3 des Grundgesetzes. Queere Menschen seien die letzte von den Nazis verfolgte Gruppe, die noch keinen expliziten Schutzstatus im Grundgesetz genieße, kritisierte Lehmann. In seiner jetzigen Form habe das Grundgesetz in der Vergangenheit Menschenrechtsverletzungen wie den erst 1994 abgeschafften Paragrafen 175 des Strafgesetzbuches, der sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe stellte, nicht verhindern können.
Auch die Kaulitz-Brüder waren dabei
Die Zwillingsbrüder Tom und Bill Kaulitz von der Band Tokio Hotel fuhren ebenfalls auf einem der Wagen mit. In einem WDR-Interview sprach Bill Kaulitz darüber, wie befreiend sein Coming-out gewesen sei: "Mich rührt das auch unglaublich, wie viele Leute dann zu mir kommen und Mut darin finden in meiner Geschichte", so der Sänger. "Ich habe die ersten Jahre einfach sehr privat gelebt und durfte das einfach nie nach außen tragen."
Vielen Dank an die Birken-Apotheke, dass wir auf ihrem Wagen mitfahren durften! Ein besonderes Dankeschön auch an Erik...
Posted by CDU Köln on Sunday, July 21, 2024
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Drag Queen Meryl Deep, die in diesem Jahr Kölner Unterstützung für den CSD im sächsischen Pirna organisiert hatte, sagte, es sei gerade in diesen Zeiten wichtig, laut und präsent zu sein. "Es gilt, alles, was erreicht ist, zu schützen, und uns nicht wegnehmen zu lassen." Die zunehmende Gewalt treffe im Übrigen viele gesellschaftliche Gruppen und nicht nur die queere Community.
Am Rande des CSD ist am Samstag auch die queere Autorin und Publizistin Carolin Emcke mit der Auszeichnung Kompassnadel vom Queeren Netzwerk NRW ausgezeichnet worden. Glückwünsche erhielt sie dafür auch von Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne). Sie betonte auf Facebook auch, wie gerne sie beim CSD Köln dabei ist: "Es tut einfach gut, die Wärme und den Zusammenhalt der Community zu spüren. Es tut gut zu sehen, dass wir uns nicht unterkriegen, verdrängen oder spalten lassen. Ganz im Gegenteil: Wir schenken den Rechten und Menschenrechtsfeinden weder unsere Angst noch unsere Bescheidenheit. Wir bleiben laut, mutig und solidarisch – solange bis Menschenrechte ohne Wenn und Aber für alle Menschen gelten. "
Beim CSD-Empfang der Aidshilfe NRW und des @queeresnetznrw zu sein, fühlt sich jedes Jahr ein bisschen wie nach Hause...
Posted by Claudia Roth on Saturday, July 20, 2024
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Rechtsradikale Störversuche und ein brennender Wagen
Die Polizei meldete mehrere Zwischenfälle: Rund ein Dutzend Verdächtige hätten sich in der Ehrenstraße "lautstark rechtsradikal und homophob" geäußert und und Regenbohnenfahnen abgerissen. Die Einsatzkräfte stellten nach Hinweisen von Zeug*innen 13 Männer im Alter zwischen 18 und 30 Jahren. Sie fertigten Strafanzeigen und erteilten Platzverweise.
Außerdem führte der Brand eines Zugwagens gegen 12.30 Uhr kurzzeitig zur Unterbrechung der Demonstration. Grund für den Brand war ein technischer Defekt.
Laut Polizei hatten bereits im Vorfeld in diesem Jahr mehrere über das Internet verbreitete Anschlags- und Angriffsdrohungen für Unruhe gesorgt. Der Staatsschutz der Kölner Polizei sowie Landes- und Bundeskriminalamt ermittelten. Nach eingehender Prüfung hätten sich "keine Hinweise auf eine Ernsthaftigkeit" ergeben, teilten die Beamt*innen mit. Der CSD habe dann wie geplant stattfinden können. (AFP/dpa/dk)














