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Proteste erwartet

Theaterstück behandelt J.K. Rowlings Transphobie

Ein neues Theaterstück beschäftigt sich mit der Wandlung von J.K. Rowling in eine transphobe Kreuzzüglerin. Das Stück hat seine Premiere Anfang August in Schottland – und wird womöglich von Protesten begleitet.


J.K. Rowling ist in den letzten Jahren zum Gesicht für Trans-Hass geworden (Bild: IMAGO / ZUMA Press Wire)

  • 24. Juli 2024, 13:26h 3 Min.

Das Theaterstück "TERF" wird ab dem 2. August im Rahmen eines Festivals in der schottischen Landeshauptstadt Edinburgh aufgeführt. Der amerikanische Autor Joshua Kaplan behandelt darin die Transfeindlichkeit der "Harry Potter"-Autorin J.K. Rowling. "TERF" steht für "Trans-Exclusionary Radical Feminist ("Trans-ausschließende Radikalfeministin") – damit werden einige Feministinnen wie Rowling oder Alice Schwarzer bezeichnet, die trans Menschen wegen ihrer Geschlechts­identität nicht akzeptieren wollen.

"TERF" handelt von den drei "Harry Potter"-Hauptdarsteller*­innen Daniel Radcliffe, Rupert Grint und Emma Watson, die Rowling wegen ihrer transfeindlichen Ansichten konfrontieren. Kaplan beschrieb die Geschichte als "Familien-Theaterstück", bei dem die Kinder (Radcliffe, Grint und Watson) über die hasserfüllten Ansichten der Mutter (Rowling) entsetzt sind. Das Stück sei keine Attacke auf Rowling, so Kaplan weiter, sondern solle herausarbeiten, wie Rowling zu ihren transfeindlichen Überzeugungen gekommen ist – etwa durch negative Erfahrungen mit ihrem Ex-Ehemann, einem cisgeschlechtlichen Mann.

Kaplan lud auch die in Schottland lebende Rowling ein, sich das Stück anzusehen. Die Autorin weiß bereits über "TERF" Bescheid, da sie es einmal in einem transphoben Beitrag auf X (früher Twitter) erwähnte.

Protestaktion von transfeindlichen Aktivist*innen erwartet

Das Produktionsteam stellt sich bereits auf Proteste von transfeindlichen Aktivist*innen ein. Laut Produzent Barry Church-Woods werden insbesondere Protestaktionen im Theatersaal erwartet. Bereits jetzt seien online viele Drohungen eingegangen.

Das Stück hatte bereits im Vorfeld für Aufregung gesorgt. So wollte der ursprüngliche Aufführungsort, das Saint Stephen's Theatre, das Stück doch nicht zeigen. Jetzt wird es in den Assembly Rooms aufgeführt. Ein Grund könnte auch der ursprünglich geplante Name "TERF C**t" gewesen sein. Das Wort "Cunt" ist ein in Großbritannien als besonders obszön geltendes Schimpfwort, das in seiner Originalbedeutung das weibliche Geschlechtsteil beschreibt. Autor Kaplan gab später zu, dass es ein Fehler gewesen sei, dieses Wort im Titel zu verwenden.

Die Hauptrolle im Stück übernimmt die Texanerin Laura Kay Bailey. Sie wird J.K. Rowling darstellen. Piers McKenzie wird Radcliffe spielen, Trelawny Kean Watson und Tom Longmire Grint. Auch eine trans Schauspielerin soll bei der Produktion dabei sein. Sie hat ihre Identität aus Angst vor gewalttätigen Übergriffen bislang nicht bekanntgegeben.

J.K. Rowling hat sich in den letzten Jahren zu einer aggressiven Kämpferin gegen Trans-Rechte entwickelt – und diffamiert trans Frauen oft als Männer und Verbrecher. So sprach sie in einem sarkastischen Twitter-Eintrag über eine trans Frau als eine "penishaltige Person, die dich vergewaltigt hat" (queer.de berichtete). Sie brachte außerdem wiederholt trans Frauen mit männlichen Sexualstraftätern in Zusammenhang (queer.de berichtete). 2022 gründete Rowling eine Hilfsorganisation für weibliche Opfer sexueller Gewalt, die trans Frauen pauschal ausschließt (queer.de berichtete). In ihren Äußerungen nimmt es die Autorin oft nicht so genau mit Fakten: So behauptete sie erst im März, die Nationalsozialisten hätten in Deutschland keine Bücher über Trans-Identität verbrannt (queer.de berichtete).

Insbesondere Daniel Radcliffe und Emma Watson haben die Haltung von Rowling zu Trans-Rechten scharf kritisiert. Rowling deutete im April in sozialen Medien an, wegen dieser Kritik mit den beiden Schauspieler*innen gebrochen zu haben (queer.de berichtete). (dk)

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