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Paris

Olympia: Mindestens 155 Mitglieder im Team LGBT

Bei der Sommerolympiade in Paris treten ungefähr genau so viele offen queere Athlet*innen an wie in Tokio. Gegen trans Frauen gibt es aber ein weitgehendes Teilnahmeverbot mit wenigen Ausnahmen.


Die deutsche Sportschützin Jolyn Beer und der britische Turmspringer Tom Daley treten in Paris für das Team LGBT an (Bild: IMAGO / Aleksandar Djorovic, Instagram / Tom Daley)
  • 25. Juli 2024, 12:29h 3 Min.

Mindestens 155 offen queere Athlet*innen aus 24 Ländern werden bei den Olympischen Spielen in Paris teilnehmen. Das geht aus einer Recherche des amerikanischen LGBTI-Portals "Outsports" hervor. Insgesamt nehmen in Paris 10.500 Sportler*innen teil, der queere Anteil beträgt damit wie vor der letzten Sommerolympiade 2021 in Tokio 1,5 Prozent.

Frauen dominieren wie schon vor drei Jahren das Team LGBT: Auf einen Mann kommen hier acht Frauen. Besonders krass ist die Diskrepanz im Fußball: Hier treten in Paris 37 queere Frauen, eine nichtbinäre Person, aber null queere Männer an.

Dominiert wird das Team LGBT außerdem von Amerika: Die Vereinigten Staaten schicken insgesamt 29 queere Athlet*innen nach Paris, mehr als jede andere Nation. An zweiter Stelle folgt Brasilien (24) vor Australien (18). Deutschland liegt mit acht queeren Teilnehmenden auf dem sechsten Platz aller Länder. So werden der Reiter Frederic Wandres, der Judoka Timo Cavelius, die Ruderin Tabea Schendekehl, die Sportschützin Jolyn Beer sowie die Fußballerinnen Lea Schuller, Sara Doorsoun, Ann-Katrin Berger und Felicitas Rauch aufgeführt. Manche große Sportnationen – etwa China, Japan oder Südkorea – schicken keine einzige offen queere Person nach Frankreich.

Dieses Mal erneut dabei ist Quinn, ein nichtbinärer Fußballstar, der 2021 mit dem kanadischen Frauenteam die Goldmedaille bei den Spielen in Tokio holte (queer.de berichtete). Insgesamt sind die Regeln für trans Athletinnen dieses Mal strikter als in Tokio: So verlangt das Internationale Olympische Komitee, dass trans Frauen nur im Frauensport antreten dürfen, wenn sie ihre Geschlechtsanpassung vor ihrem zwölften Lebensjahr vollzogen haben – in vielen Ländern ist dieser Eingriff allerdings in diesem Alter verboten, so dass die Regel einem De-facto-Totalverbot von trans Frauen gleichkommt. LGBTI-Aktivist*innen kritisieren diesen Verbotsansatz als transphob. So habe selbst eine IOC-Studie vom April festgestellt, dass trans Frauen anderen Frauen nicht grundsätzlich im Sport überlegen seien (queer.de berichtete).

An den Start gehen darf etwa der nichtbinäre US-Leichtathletikstar Nikki Hiltz, der sich 2021 als nichtbinär und trans geoutet hatte. Hiltz hatte im März bei den Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaften 2024 im schottischen Glasgow die Silbermedaille im 1500-Meter-Lauf der Frauen gewonnen. Wenige Wochen später qualifizierte sich Hiltz die Olympiade – und hat gute Chancen auf eine Medaille.

/ NBCOlympics
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Beim letzten Mal war das Team LGBT sehr erfolgreich: Am Ende lag es im Medaillenspiegel noch vor Deutschland (queer.de berichtete).

Zwar laufen bereits jetzt schon Team-Wettbewerbe bei den Olympischen Spielen in Paris, die offizielle Eröffnungsfeier beginnt allerdings erst am Freitag um 20:24 Uhr (passend zum Austragungsjahr). Geplant ist eine opulente Eröffnungszeremonie auf dem Fluss Seine. Dort sollen die Sportler*innen auf rund 100 Booten an den Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbeifahren. An der sechs Kilometer langen Paradestrecke werden mehr als eine Viertelmillion Menschen erwartet. Möglicherweise werden dabei auch die Superstars Céline Dion und Lady Gaga auftreten (queer.de berichtete). (dk)

Update 29.7., 15:00 Uhr: Jetzt sind es 191 Mitglieder des Teams LGBT

Die Liste des Teams LGBT wird laufend aktualisiert. Am Montagnachm8ittag waren bereits 191 queere Athlet*innen auf "Outsports" aufgeführt. Damit repräsentiert das inoffizielle Team 1,8 Prozent aller Teilnehmenden.

Update 12.8., 10:00 Uhr: Zum Ende der Spiele waren 195 offen queere Sportler*innen in Paris

Die immer wieder aktualisierte Liste von "Outsports" führte zum Ende der Olympischen Sommerspiele insgesamt 195 offen queere Sportler*innen auf.

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