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Vivian Jenna Wilson
Musks trans Tochter wehrt sich: "Ich sehe ziemlich gut aus für eine tote Bitch"
Mehrfach hat Elon Musk öffentlich gegen seine Tochter gewütet, weil sie eine trans Frau ist. Erstmals wehrt sich Vivian Jenna Wilson nun gegen die Attacken ihres berühmten Vaters.

Vivian Jenna Wilson hat mit ihrem transphoben Vater Elon Musk endgültig gebrochen (Bild: Threads / vivllainous, Duncan.Hull / wikipedia)
- 26. Juli 2024, 11:55h 3 Min.
Am Montag hatte Multimilliardär Elon Musk seine trans Tochter Vivian Jenna Wilson in einem Interview mit dem queerfeindlichen Psychologen Jordan Peterson wegen ihrer Geschlechtsidentität für tot erklärt (queer.de berichtete). Nun wehrt sich die 20-jährige College-Studentin im Social-Media-Portal Threads, einem Konkurrent von Elon Musks Twitter/X – und wirft ihren Vater vor, die Unwahrheit zu sagen.
Die Aussagen ihres Vaters seien so falsch, "dass es angefangen hat, lustig zu werden", so Wilson in einem von mehreren Einträgen auf Threads. Sie kritisierte, dass ihr Vater behauptet habe, er sei "ausgetrickst" worden, als er geschlechtsangleichenden Behandlungen bei seiner damals minderjährigen Tochter schriftlich zugestimmt hatte. "Es ist eine Parodie, wenn du sagst, du wurdest 'ausgetrickst', nachdem du das Dokument mehrfach gelesen hast", so Wilson. Ferner erklärte sie: "Ich sehe ziemlich gut aus für eine tote Bitch."
Die 20-Jährige wies mehrere in dem Interview getätigte Behauptungen ihres Vaters zurück – etwa, dass sie Autistin sei oder ihren Vater eingekleidet habe. "Er weiß nicht, wie ich als Kind war, weil er einfach fast nie da war. In der Zeit, in der er da war, hat er mich stets wegen meiner Weiblichkeit und Queerness gemobbt."
Wilson kritisiert Drogenkonsum ihres Vaters
Dass ihr Vater sie jetzt nicht als Frau anerkenne, störe sie allerdings nicht: "Der Staat Kalifornien hat mich als Frau anerkannt und ich kümmere mich nicht um die Meinung anderer, die unter mir sind." Weiter erklärte sie, dass ihr Vater zu sehr von Drogen beeinflusst sei: "Natürlich sieht Elon das anders, weil er in seinem Ketamin-Rausch nach Aufmerksamkeit und Bestätigung von einer Armee degenerierter sexloser Machos und unterwürfiger Frauen giert, die ihm das gerne geben." Musk hatte in der Vergangenheit eingestanden, dass er regelmäßig das Narkosemittel Ketamin konsumiere.
Gegenüber NBC News ergänzte Wilson: "Ich glaube, er ging davon aus, dass ich nichts sagen und das einfach so durchgehen lassen würde", erklärte sie. "Daraus wird aber nichts, weil ich es nicht auf sich beruhen lassen werde, wenn jemand vor einem Millionenpublikum Lügen über mich verbreitet." In dem Interview beschrieb Wilson ihren Vater als kalt, jähzornig und narzisstisch. Wilson hatte zuvor nie ein Interview über ihren Vater gegeben und sich weitgehend aus der Öffentlichkeit gehalten.
Musk hatte bereits vor rund einem Jahr öffentlich seine Tochter kritisiert. Sie sei wegen ihrer Trans-Identität von einem "kommunistischen, woken Virus" befallen, behauptete er damals (queer.de berichtete). Darauf hatte Wilson nicht reagiert, ebensowenig wie auf viele transphobe Tiraden Musks. So begründete Musk erst vor gut einer Woche den Umzug seiner Unternehmen von Kalifornien nach Texas mit der transfreundlichen Regierung im Westküstenstaat (queer.de berichtete).
2022 war öffentlich bekannt geworden, dass Vivian Jenna Wilson nichts mehr mit ihrem Vater zu tun habe möchte und deshalb auch den Nachnamen ihrer Mutter angenommen hat (queer.de berichtete). Sie ist eines von sechs Kindern, die Musk mit seiner früheren Frau, der kanadischen Fantasy-Autorin Justine Wilson, hat. (cw)













