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Fehlinterpretation verbreitet sich weiter

Jetzt auch Trump: Weitere Kritik an Olympia-Eröffnungsfeier

Jetzt legen auch noch Trump und Meloni mit Kritik an der Olympia-Eröffnung nach. Dabei betonen die Organisator*innen, dass die fragliche Szene gar nichts mit dem Christentum zu tun hatte.


Diese Darstellung erregt Rechtsaußen-Politiker*innen, die offenbar im Geschichtsunterricht nicht aufgepasst haben (Bild: IMAGO / Bestimage)
  • 30. Juli 2024, 13:51h 3 Min.

Der Streit wegen einer der Christenheit gegenüber angeblich respektlosen Szene während der Olympia-Eröffnungsfeier schlägt weiterhin Wellen. Nun verurteilte auch Ex-US-Präsident Donald Trump die entsprechende Szene, die einige Zuschauer*innen an Leonardo da Vincis berühmtes Gemälde "Das letzte Abendmahl" erinnert, bei dem Jesus Christus und seine Apostel dargestellt sind. Bei der Eröffnungszeremonie wurden die "Apostel" demnach von Dragqueens verkörpert sowie einem trans Model und einem leicht bekleideten Sänger.

"Ich ich fand die Eröffnungsfeier eigentlich eine Schande", sagte Trump dem Sender Fox News. Er kündigte an, dass bei den nächsten Olympischen Spielen in Los Angeles 2028 eine solche Aufführung nicht stattfinden werde, sollte er dann Präsident sein. Sein republikanischer Parteifreund Mike Johnson, der Chef des mächtigen US-Repräsentantenhauses, bezeichnete die gesamte Zeremonie sogar als "Krieg": "Der Krieg gegen unseren Glauben und traditionelle Werte kennt keine Grenzen mehr", schrieb er auf X (früher Twitter).

Auch Italiens rechtspopulistische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni äußerte nach einem Bericht der italienischen Nachrichtenagentur Ansa Bedauern, dass die Eröffnung wahrgenommen worden sei als "eine Zeremonie, die spaltet – denn Frankreich und Europa haben eine außergewöhnliche Geschichte und Kultur zu erzählen, auf die alle stolz sein können". Durch die Anspielung ans letzte Abendmahl hätten sich jedoch viele beleidigt gefühlt, auch Vertreter der katholischen Kirche.

Griechische Mythologie Vorlage für kritisierte Szene

Die Olympia-Organisator*innen stellten wie zuvor bereits der Regisseur der Eröffnungsfeier, Thomas Jolly, klar, dass die kritisierte Szene nicht von einer Darstellung des letzten Abendmahls inspiriert gewesen sei, sondern dass es sich um eine Darstellung eines Gelages mit Figuren aus der griechischen Mythologie rund um den Gott Dionysos gehandelt habe (queer.de berichtete). Die Szene habe eine heidnische Feier darstellen und gegen Ende der Eröffnungszeremonie am Freitagabend zum Feiern einladen sollen, sagte die Kommunikationschefin der Olympia-Organisatoren, Anne Descamps. Es sei nicht die Absicht gewesen, jemanden zu kränken.

Die Fake News, dass die Dragqueens bei der Eröffnungsfeier das letzte Abendmahl darstellten, war ursprünglich vom Vatikan verbreitet und dann von Rechten und Rechtsextremen dankbar aufgenommen worden.

Unterdessen erstattete die französische DJane Barbara Butch, die in der kritisierten Szene eine zentrale Rolle spielt, wegen Hass-Kommentaren im Internet Anzeige. Wie ihre Anwältin Audry Msellati mitteilte, gehe es um antisemitische, sexistische sowie homophobe und dickenfeindliche Beleidigungen. Die Olympia-Organisator*innen verurteilten unterdessen jegliche Hass-Kommentare gegen künstlerische Beteiligte an der Eröffnungszeremonie. (dpa/cw)

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