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Zuspruch
Gegnerin verteidigt Imane Khelif: "Ich würde sie umarmen"
Imane Khelif wird seit Tagen vorgeworfen, in Wirklichkeit ein Mann oder transgeschlechtlich zu sein. Nun erhält sie Zuspruch von ihrer unterlegenen Gegnerin.

Angela Carini (li.) unterlag am Donnerstag gegen Imane Khelif – nun verteidigt die Italienerin ihre Gegnerin gegen Betrugsvorwürfe (Bild: IMAGO / Italy Photo Press)
- 2. August 2024, 13:47h 2 Min.
Die unterlegene Italienerin Angela Carini hat ihr Unverständnis über die Geschlechtsdebatte um die algerische Boxerin Imane Khelif geäußert. "Wenn sie nach Meinung des IOC kämpfen darf, respektiere ich diese Entscheidung", sagte die 25-Jährige der "Gazzetta dello Sport". Sie habe versucht, die Diskussion auszublenden.
"Diese Kontroversen haben mich auf jeden Fall traurig gemacht und es tut mir leid für die Gegnerin, die auch nur hier ist, um zu kämpfen", sagte Carini. Sie hatte in der ersten Runde nach 46 Sekunden durch technischen K.o. gegen Khelif verloren. Gegen die Algerierin gibt es seit Tagen Gerüchte, dass sie in Wirklichkeit ein Mann sei, obgleich es dafür keinerlei Beweise gibt (queer.de berichtete).
Carini entschuldigt sich bei Khelif
Carini hatte die Debatte zunächst selbst durch ihr Verhalten befeuert. Nach dem Ende des Kampfes gab es den üblichen Handschlag nicht. Dies sei jedoch ein Missverständnis gewesen. "Das war keine absichtliche Geste, ich entschuldige mich bei ihr und bei allen. Ich war wütend, weil die Olympischen Spiele für mich vorbei waren. Ich habe nichts gegen Khelif, wenn ich sie noch einmal treffen würde, würde ich sie umarmen", sagte Carini.
Mit ihrer Aussage, es sei nicht fair, sei nicht Khelif gemeint gewesen. "Das ist absolut nicht so. Es war nicht fair, dass mein Traum so schnell zu Ende gegangen ist", sagte Carini. Sie habe sich drei Jahre lang vorbereitet und wollte um eine Medaille kämpfen. Der zweite Schlag von Khelif sei für sie wie ein Schock gewesen: "Ich habe aufgegeben, da stimmte etwas nicht. Es war nicht geplant, es war eine instinktive Entscheidung."
Der Hass auf Khelif wurde auch von der rechtsextremen italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni angefeuert: "Man muss in der Lage sein, auf gleicher Augenhöhe zu kämpfen. Von meinem Standpunkt aus war es kein Wettbewerb unter Gleichen", sagte die 47-Jährige, die bereits zuvor die Olympia-Eröffnungsfeier kritisiert hatte, weil dort Dragqueens in einem Setting aufgetreten sind, das manche als christlich interpretiert haben (queer.de berichtete). (dpa/cw)














