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Katholische Kirche
Vatikan hat queere Olympia-Eröffnung noch immer nicht verkraftet
Die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Paris vor gut einer Woche hat viele Menschen begeistert. Der Heilige Stuhl dagegen ist über einige Szenen weiterhin "betrübt", wie es in einer neuen offiziellen Stellungnahme heißt.

Diese Szene aus der Eröffnungsfeier hat die Katholische Kirche noch immer nicht verkraftet (Bild: IMAGO / Bestimage)
- 4. August 2024, 05:08h 2 Min.
Gut eine Woche nach der Olympia-Eröffnungsfeier in Paris hat nun auch der Vatikan offiziell Kritik geäußert. Der Heilige Stuhl sei über einige Szenen "betrübt" gewesen und schließe sich den Stimmen an, die in den vergangenen Tagen eine Beleidigung gläubiger Menschen bedauert hätten, hieß es in einer Mitteilung aus Rom. Zuvor hatten sich bereits einzelne Kirchenvertreter empört geäußert über eine Szene, die einige Zuschauer*innen an das berühmte Gemälde "Das letzte Abendmahl" erinnert hatte (queer.de berichtete).
"Bei einem prestigeträchtigen Ereignis, bei dem sich die ganze Welt um gemeinsame Werte versammelt, sollte es keine Anspielungen geben, die die religiösen Überzeugungen vieler Menschen lächerlich machen." Der Heilige Stuhl stelle zwar die Meinungsfreiheit nicht in Frage. Diese finde jedoch ihre Grenze im Respekt vor anderen, erklärte der Vatikan.
Szene gar nicht vom letzten Abendmahl inspiriert
Einige Szenen der Eröffnungsfeier vor einer Woche sorgten für Empörung. US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump, die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni und mehrere Vertreter der katholischen Kirche nahmen Anstoß an einer Szene, die einige Zuschauer*innen an Leonardo da Vincis berühmtes Gemälde "Das letzte Abendmahl" erinnert hatte, bei dem Jesus Christus und seine Apostel dargestellt sind (queer.de berichtete). Bei der Eröffnungsfeier traten an dieser Stelle Dragqueens, ein trans Model und ein fast nackter Sänger auf.
Der Regisseur der Eröffnungszeremonie, Thomas Jolly, und die Olympia-Organisator*innen stellten im Nachhinein allerdings klar, dass die viel kritisierte Szene nicht vom letzten Abendmahl inspiriert gewesen sei, sondern dass es sich um eine Darstellung eines Gelages mit Figuren aus der griechischen Mythologie rund um den Gott Dionysos gehandelt habe. Jolly erhielt nach eigenen Angaben Morddrohungen und erstattete kürzlich Anzeige (queer.de berichtete). (cw/dpa)














