https://queer.de/?50473
NRW
SPDqueer: "In Zukunft sollte die Union sich auf CSDs zurückhalten"
Die SPDqueer kritisiert, dass sich der JU-Chef an einer russischen Propaganda-Aktion gegen queere Menschen beteilige. Deshalb sollte sich die CDU künftig bei CSDs zurückhalten.

Obgleich aus der Union zuletzt immer mehr queerfeindliche Töne kamen, nimmt die Partei an vielen CSDs teil (Bild: LSU Berlin)
- 5. August 2024, 09:19h 2 Min.
Der nordrhein-westfälische Landesverband der SPDqueer hat mit scharfer Kritik auf eine transphobe Tirade von Johannes Winkel, dem Chef der Jungen Union, reagiert. Winkel, der nächstes Jahr in Düsseldorf für den Bundestag kandidieren will, hatte in einem inzwischen gelöschten Beitrag auf X (früher Twitter) trans Frauen als "kranke Männer" diffamiert (queer.de berichtete). Dabei verbreitete er die Verschwörungstheorie weiter, dass die Boxerinnen Imane Khelif aus Algerien und Lin Yu-ting aus Taiwan in Wirklichkeit trans seien. Bis heute hat sich Winkel nicht für diesen Ausbruch entschuldigt.

"An verbalen Entgleisungen von CDU-Spitzenfunktionär*innen haben wir uns mittlerweile leider gewöhnt. Was in dem Fall Johannes Winkel schäbig ist, dass er weniger als zwei Wochen vor diesen Äußerungen noch auf dem ColognePride für die CDU auf einem Podium teilgenommen hat", erklärte Hannah Trulsen, die stellvertretende Landesvorsitzende der NRWSPDqueer. Winkel habe mit seiner Äußerung auch eine russische Desinformationskampagne weiterverbreitet, die durch den von Russland kontrollierten und von der IOC ausgeschlossenen Boxverband IBA gestartet worden sei. "Der IBA suspendierte unter dem Vorsitz des russischen Boxers Umar Kremlew den ukrainischen Verband als Mitglied und wurde selbst vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) suspendiert. Russland braucht gerade für sich 'positive Schlagzeilen'. Das bekommt es mit dem IBA hin", so Trulsen.
Kritik von der SPDqueer gibt es auch am NRW-Ministerpräsidenten Hendrik Wüst, der sich bislang nicht zum "trans*-feindlichen Quatsch" seines Düsseldorfer Parteifreundes geäußert hatte. "Für mich hat sich damit Hendrik Wüst nachhaltig im gesamten Bereich Gleichstellung queerer Menschen disqualifiziert", so Trulsen. "In Zukunft sollte die Union sich auf CSDs zurückhalten und sich dafür entschuldigen, Frauen so zu diffamieren und rechte Kampagnen zu unterstützen. Am Ende bleibt die Frage unbeantwortet: Wo ist das Rückgrat von Hendrik Wüst?" (dk)














