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Nicht alleine anreisen!

Neonazis wollen CSD Burgenlandkreis erneut stören

Die Rechtsaußenpartei "Der III. Weg" will in Sachsen-Anhalt wie schon im Vorjahr gegen den "Pritemonth" vorgehen.


Festnahme eines Neonazis des "III. Weges" bei einer Demo 2020 in München (Bild: IMAGO / ZUMA Press Wire)

Der zweite CSD Burgenlandkreis soll am 31. August in der 28.000 Einwohner*­innen zählenden Stadt Zeitz stattfinden. Die Organisator*­innen warnen nun vor Übergriffen, weil die neonazistische Kleinpartei "Der III. Weg" für den Tag eine Gegendemo angemeldet hat: "Bisher spricht man von 15 Personen. Das steht aber nicht fest. Wir sind in einem engen Austausch mit der Polizei und bemühen uns, eine Zubringer Demo vom Bahnhof Zeitz zum Altmarkt zu organisieren", teilte der CSD am Wochenende in sozialen Medien mit.

Besucher*­innen sollten deshalb nicht alleine, sondern nur in Kleingruppen anreisen, empfehlen die Organisator*­innen. Eine Absage angesichts der rechten Gefahr stehe aber nicht im Raum: "Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir bleiben standhaft! Das Recht auf Anerkennung lassen wir uns auch im ländlichen Raum nicht streitig machen und werden somit jetzt erst recht für Sichtbarkeit und Toleranz auf die Straße gehen!"

CSD-Sprecher Eric Stehr betonte jedoch auch, dass es große Unterstützung aus Zeitz gebe – und zwar nicht nur aus der "Kreativszene", sondern etwa auch vom CDU-Bürgermeister Christian Thieme, der "zusammen mit Dragqueen Daisy Dollhouse Schirmherr der Veranstaltung ist". "Derart große Unterstützung hätten wir uns nicht vorstellen können", so Stehr.

Nichtsdestotrotz blieben Sorgen wegen der rechten Umtriebe bestehen: "Wir befinden uns zwar in sehr konstruktivem Austausch mit den Sicherheitsbehörden und wir rechnen mit stärkerer Polizeipräsenz als im letzten Jahr, dennoch ist die gesamte Situation sehr angespannt und beunruhigend. Der CSD Burgenlandkreis blickt optimistisch auf den kommenden CSD, aber ist dennoch besorgt vor der unklaren Sicherheitssituation vor Ort."

"III. Weg" bezeichnet CSD als "widernatürliche Propaganda"


Online macht der "III. Weg" Stimmung gegen queere Menschen und den CSD (Bild: Telegram)

Im unter Rechtsextremen populären Social-Media-Portal Telegram erklärte "Der III. Weg" im Juli, dass man mit der Verteilung von Flugblättern "ein deutliches Zeichen für den Erhalt der traditionellen Familie und unseren Kindern vor widernatürlicher Propaganda" setzen möchte. Weiter wandte sich die Partei gegen den "Pride Month", der eigentlich schon im Juni stattgefunden hatte: "Junge Familien müssen als kleinster Baustein unseres Volkes gefördert werden. Der sogenannte 'Pritemonth' (sic) ist ein strukturierter Angriff auf diesen."

Bereits letztes Jahr hatten Neonazis den ersten CSD im Burgenlandkreis, der damals in der bevölkerungsreichsten Kreisstadt Weißenfels stattfand, gestört. Damals bewarfen rechte Störer Teilnehmende mit Gegenständen, darunter auch Flaschen (queer.de berichtete). Selbst die eigentlich als queer­freundlich geltende Linkspartei wandte sich damals gegen den CSD, weil sie Sorge hatte, dass die Stadt in den Medien als "Nazi-Hochburg" eingeordnet werde (queer.de berichtete).

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"Der III. Weg" hatte in den letzten Jahren bereits mehrfach gegen CSDs demonstriert. Am Rande der Aktionen war es wiederholt zu Gewalt gekommen. Im sachsen-anhaltischen Köthen kam es etwa zu einem Buttersäure-Anschlag (queer.de berichtete). (cw)

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