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Zeug*innen gesucht

Überfall auf schwulen Münchner mit Schreckschusspistole

Bei einem Treffen über eine Dating-Plattform überfielen unbekannte Täter am vergangenen Wochenende einen 20-Jährigen. Der Bewohner eines Münchner Studierenden-Wohnheims konnte verletzt flüchten.


Symbolbild: Schreckschusspistole (Bild: IMAGO / Rene Traut)
  • 9. August 2024, 06:56h 3 Min.

Die Münchner Polizei meldete am Donnerstag einen brutalen Überfall mit möglicherweise homofeindlichem Hintergrund. Das 20-jährige Opfer hatte sich über eine schwule Dating-Plattform eigentlich zu einem Sextreffen verabredet.

Laut Polizeibericht hatte der Münchner am Sonntag, den 4. August zwischen 01:15 Uhr und 02:50 Uhr ein Date mit einem anderen Mann ausgemacht. Der bislang Unbekannte gab lediglich seinen Vornamen und sein Alter bekannt. Zuerst würde man sich in der Wohnung des Unbekannten in München Am Hart treffen. Dieses kam nicht zustande und es wurde daraufhin ein Treffen in dem Studierenden-Wohnheim, in dem der 20-Jährige nächtigt, vereinbart.

Maskierte Personen im Treppenhaus

Der 20-Jährige wartete nun vor dem Gebäude auf seine Verabredung. Gegen 02:40 Uhr fuhr ein schwarzes Fahrzeug an der nahegelegenen Bushaltestelle "Paul-Hindemith-Allee" vor. Hier stieg eine männliche Person aus. Diese gab sich gegenüber dem 20-Jährigen als seine Verabredung aus.

Beide waren auf dem Weg zum Zimmer des 20-Jährigen, als das vermeintliche Date vorgab, noch einmal zurück gehen zu wollen. Gemeinsam gingen beide ins Treppenhaus. Im zweiten Obergeschoss seien dann zwei maskierte Männer gestanden, die mit einer Schreckschusswaffe drohten und den 20-Jährigen aufforderten, er solle jetzt in sein Zimmer gehen. Als dieser sich zur Wehr setzte und ablehnte, wurde er tätlich angegriffen und hinter ihm fiel ein Schuss. Zudem wurde er mit einem harten Gegenstand gegen den Oberkörper geschlagen.

Der 20-Jährige schaffte es aber, sich von den Angreifern zu entfernen und flüchtete sich zur nahegelegenen Bushaltestelle. Hier wurde er von einer ihm unbekannten männlichen Person angesprochen, welche ihm gegenüber angab, sie würde für ihn die Polizei anrufen.

Die drei Personen aus dem Treppenhaus kamen nun hinzu und stiegen gemeinsam mit dieser Person in den Pkw ein und flüchteten in unbekannte Richtung. Vor Ort befanden sich noch mehrere Zeug*innen, die unmittelbar Hilfe anboten. Von diesen wurde auch der Notruf 110 der Polizei verständigt.

Mehrere Streifen der Münchner Polizei wurden zum Tatort geschickt und fahndeten nach dem Fahrzeug und den Tätern. Die Suche blieb jedoch erfolglos. Der 20-Jährige wurde durch den Vorfall leicht verletzt. Eine medizinische Versorgung vor Ort war nicht erforderlich. Der 20-Jährige begab sich selbständig zu einem Arzt.

Das Kommissariat 23 (Jugendtypische Gewalttaten) hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Das Motiv der Tat ist bislang unklar. Von Drogengeschäft bis Schwulenhass sei alles denkbar, berichtete die "Süddeutsche Zeitung".

Polizei veröffentlicht Täterbeschreibungen

Nach aktuellen Erkenntnissen können die Täter wie folgt beschrieben werden:

Täter 1:
Männlich, ca. 16-17 Jahre alt, benutzte den Namen "Felix"

Täter 2:
Männlich, ca. 16-17 Jahre alt; war maskiert mit einer schwarzen Sturmhaube, trug ein schwarzes T-Shirt und trug weiße Handschuhe

Täter 3:
Männlich, ca. 16-17 Jahre alt; war maskiert mit einem weißen Pullover, der um den Kopf gewickelt war und trug ein Gucci-Cap

Täter 4:
Männlich, ca. 16-17 Jahre alt, kurze blonde Haare; trug ein hellblaues T-Shirt

Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen schwarzen Pkw, vermutlich Audi.

Die Polizei fragt nun: Wer hat im angegebenen Zeitraum im Bereich der Paul-Hindemith-Allee im Münchner Stadtteil Freimann Beobachtungen gemacht, die im Zusammenhang mit dem Überfall stehen könnten? Personen, die sachdienliche Hinweise insbesondere zum Fahrzeug und Kennzeichen, geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 23, Tel. (089) 2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen. (cw/pm)

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