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Hass
SVP-Politikerin schimpft gegen CSD: "Der Parasit expandiert"
Eine Politikerin der größten Partei in der Schweiz hat CSD-Teilnehmende als "Parasiten" bezeichnet.

Vivienne Huber hält queere Menschen für "Parasiten", "dekadent" und eine Gefahr für Kinder (Bild: Screenshot Tele M1)
- 9. August 2024, 09:55h 2 Min.
Die 23-jährige schweizerische Nachwuchspolitikerin Vivienne Huber hat mit einem queerfeindlichen Tweet für Aufregung gesorgt. Die Politikerin der rechtspopulistischen Schweizerischen Volkspartei (SVP) postete am Mittwochabend auf X einen Artikel zum ersten CSD im Kanton Aargau und schrieb dazu: "Der Parasit expandiert…"

Der schwule Politiker Michael Frauchiger, der letztes Jahr unter anderem wegen der queerfeindlichen Haltung aus der SVP ausgetreten ist, teilte den Screenshot und fragte: "Was für einen erbärmlichen Charakter muss man haben?" Dazu schrieb er: "Gerade einmal 4 Tage liegen zwischen 'Anstand und Respekt' sowie eine Minderheit als Parasit zu betiteln." Er spielte damit darauf an, dass sich Huber kurz vor ihrem Tweet erfolgreich gegen einen Instagram-Beitrag gewehrt hat, in dem sie als "Hure" bezeichnet worden war. Der Autor wurde von der Staatsanwaltschaft Luzern zu einer Geldstrafe in Höhe von 1.200 Franken (1.270 Euro) verurteilt.
/ MFrauchiGerade einmal 4 Tage liegen zwischen Anstand und Respekt sowie eine Minderheit als Parasit zu betiteln
– emobility Plagöri (@MFrauchi) August 8, 2024
Was für einen erbärmlichen Charakter muss man haben, @vivienne_huber?
Btw. Vivi, bin gespannt was die Staatsanwaltschaft dazu meint. @Kapo_Aargau pic.twitter.com/friAkYZeuW
Huber, die letztes Jahr SVP-Kandidat für das Bundes-Parlament Nationalrat war, löschte den Tweet zwar später, hielt aber an ihrer pauschalen Ablehnung von queeren Demonstrationen fest. Konkret schrieb sie: "Mein Wording war unüberlegt, dafür bitte ich um Entschuldigung. Nun richtig: Der Woke-Wahn expandiert…"

Im Regional-Fernsehsender Tele M1 umschrieb sie am Donnerstag queere Menschen, die zum CSD gehen, als pauschale Gefahr für Kinder: "Warum muss man einen Pride veranstalten, wo Kinder frühsexualisiert werden?", erklärte sie etwa.
Huber schimpft über "Homo-Propaganda"
Huber gilt schon länger als extrem queerfeindlich. Letztes Jahr veröffentlichte sie etwa auf dem Youtube-Kanal der "Jungen SVP" ein knapp zweiminütiges Video mit dem Titel "Pride in St. Gallen: Mischung aus Hass und Dekadenz", in dem sie sich über Teilnehmende des CSD in der Ostschweizer Stadt lustig macht. Ihr Fazit lautete: "Was da läuft, ist Ideologie. Was da läuft, ist reinste Propaganda. Was da läuft, ist durch und durch dekadent."

(Bild: Screenshot Youtube)
Die SVP wurde bei den Nationalratswahlen im vergangenen Jahr mit knapp 29 Prozent stärkste Kraft (queer.de berichtete). Die Partei hat aus ihrer Abneigung gegenüber queeren Menschen nie ein Geheimnis gemacht: So warb sie in ihrem Wahlkampf etwa mit einem "Gender-Monster", das angeblich Kinder gefährde – das Plakat in nationalsozialistischer Bildsprache wurde scharf kritisiert (queer.de berichtete).
/ tstr_st | Bei X regt sich Unmut über die Doppelmoral von Vivienne HuberWürde man sie als Parasit bezeichnen würde das bestimmt unter Hass im Netz deklariert werden. Wie ist es anders rum?
TSTR (@tstr_st) August 7, 2024
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Zuletzt sorgte die Partei für Aufsehen, weil sie die Austragung des Eurovision Song Contest im Land ablehnt. Hintergrund ist, dass die Schweiz den Musikwettbewerb dieses Jahr mit Nemo, einer nichtbinären Person, gewonnen hatte. Die Junge SVP erklärte etwa Anfang Juni, dass der Musikstar Nemo wegen der Geschlechtsidentität genauso gefährlich sei wie ein Islamist aus Mannheim, der einen Polizisten getötet hatte (queer.de berichtete). (dk)














